Pforzheim. Die Medienbranche startet in die Aktionswoche „Demokratie braucht viele Stimmen“. Auch die PZ setzt ein Zeichen für unabhängigen Journalismus.
Es ist ein Pforzheimer Phänomen, sich nicht gerne in die Karten schauen zu lassen. Oder besser: in den Koffer mit der neuen Schmuckkollektion. Etwas, das auch unsere Branche lange pflegte, schließlich will eine Redaktion mit einer Nachricht exklusiv rausgehen. Das ist natürlich noch immer so. Wer schneller ist, profitiert von der Reichweite. Hat die Konkurrenz eine starke Geschichte, ärgert man sich – natürlich voller Anerkennung. Zugleich ist uns stets bewusst: „Demokratie braucht viele Stimmen.“ So lautet denn auch der Titel der Aktionswoche, die an diesem Montag beginnt und darauf aufmerksam machen soll, wie wichtig eine breitgefächerte Medienlandschaft ist.
Auch die „Pforzheimer Zeitung“ beteiligt sich an der Initiative, die der Bundesverband Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV) angestoßen hat. Den ersten Aufschlag bildet in dieser Ausgabe das Titelfoto, das die Mitglieder unserer Redaktion zeigt, die für unabhängigen Journalismus stehen. Dabei sind wir in guter Gesellschaft: Vom ZDF über die Deutsche Presseagentur (dpa) bis zur „Nordsee-Zeitung“ sind viele mit an Bord. Warum das Ganze? Weil eine funktionierende Demokratie von unterschiedlichen Perspektiven und einem öffentlichen Diskurs lebt. Nur wenn sie Zugang zu verlässlichen Informationen haben, können sich Menschen ihre Meinung bilden. Letztlich haben alle journalistischen Medien eines gemeinsam: die Herausforderung, die die digitale Transformation, die wirtschaftliche Lage, rechte Tendenzen im Land und die Machenschaften der Big-Tech-Unternehmen mit sich bringt. Gegen Desinformation kommen wir nur zusammen an. Wir vernetzen uns längst, lernen aus Fehlern anderer und entwickeln gemeinsam Projekte.


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Froh um jede Konkurrenz
Mit Sorge beobachten wir dabei die zunehmenden Konzentrationsprozesse in der Branche – auch vor unserer Haustür fusionieren Verlage oder werden aufgekauft. Und doch sind wir dankbar, im Südwesten noch eine solch vielfältige Medienlandschaft vorzufinden. Anders als in Ostdeutschland, wo man mancherorts in fragende Gesichter blickt, wenn man am Kiosk nach einer Zeitung fragt. Wir nennen die benachbarten Medienhäuser respektvoll Mitbewerber oder Marktbegleiter und wissen: Konkurrenz belebt das Geschäft.
Vor allem aber ist sie wichtig, weil sie Meinungsvielfalt ermöglicht, ohne die die Demokratie ihre Basis verliert. Journalismus steht für Vertrauen, er schafft Orientierung in einer Flut an Informationen und trägt zur demokratischen Öffentlichkeit bei. Das gemeinsame Zeichen, das wir setzen, ist zuletzt mit dem Ausgang der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt noch dringlicher geworden.


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Bis Samstag finden Sie täglich Artikel rund um die Aktionswoche in der PZ. Zu erkennen sind sie am Logo der branchenweiten Initiative. So lernen Sie in dieser Ausgabe Kultureinrichtungen als Orte der Demokratie kennen. Außerdem hat die Redaktion den „Lernort Demokratie“ besucht, der zeigt, was passiert, wenn die Pressefreiheit fehlt – wie zu DDR-Zeiten.

