Pforzheim. In einer gemeinsamen Presseerklärung äußern sich die hiesige Diakonie, das Sozialamt und die städtische Ausländerbehörde zur aktuellen Lage in Sachen Integration. In den zurückliegenden Jahren seien die Zahlen geflüchteter Menschen in Deutschland erheblich gestiegen, stellen die Unterzeichner – die jeweiligen Abteilungsleiter Hakki Demirci, Enrico Riebe und Thomas Köder – heraus. In Pforzheim mache sich dies deutlich bemerkbar. Ziel sei es, Zugewanderte schnellstmöglich in die Gesellschaft, das kulturelle Leben und den Arbeitsmarkt zu integrieren. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, hätten die drei Institutionen vor zwei Jahren beschlossen, ihre Zusammenarbeit auszubauen. Im vorangegangenen Jahr habe dies erste Früchte getragen.
Es sei eine regelmäßige Fallkonferenz etabliert worden. Hier würden dringliche, vielschichtige und unklare Fälle zeitnah gemeinsam besprochen. Durch diese kurzen Wege bekämen Geflüchtete eine rasche Klärung ihrer rechtlichen Situation. Bei den Austauschtreffen würden Zuständigkeiten, einheitliche Vorgehensweisen sowie aktuelle Änderungen und Herausforderungen besprochen. Dies habe für alle drei beteiligten Akteure zu einer gesteigerten Effizienz beigetragen.


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Frage nach der Sinnhaftigkeit
An dieser gewonnenen Struktur zu arbeiten, habe sich trotz des zeitlichen Aufwands, der hitzigen Diskussionen und der mehrfachgestellten Frage nach der Sinnhaftigkeit mehr als gelohnt. Es seien verlässliche Kommunikationswege gefunden worden. „Das gegenseitige fachliche Vertrauen ist durch die Zusammenkünfte erheblich gestiegen, und Geflüchtete sowie die Gesellschaft profitieren von der schnell herbeigeführten Klarheit, die eine gelungene Integration in Deutschland oder auch die freiwillige Rückkehr in das Heimatland bedeuten kann“, heißt es in der Erklärung. Geflüchtete würden zunächst in Erstaufnahmeeinrichtungen, den LEAs, untergebracht. Von dort würden sie nach dem sogenannten „Königsteiner Schlüssel“ in die Landkreise und Kommunen verteilt.


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An sogenannten Zuweisungstagen kämen die Geflüchteten in Pforzheim an und würden von der Diakonie in Empfang genommen. Gemeinsam werde der Aufnahmeprozess gestartet.
In der Regel befänden sich die Geflüchteten zwischen sechs und 18 Monaten im Asylverfahren, teils auch länger. Während dieser Zeit biete die Diakonie mehrmals wöchentlich Sprechstunden in den Unterkünften an. Es gebe Asyl- und Verfahrensberatungen, wodurch die Abhängigkeit von sozialen Leistungen verringert werden könne. Die Aufgaben des Sozialamts bestehen vor allem darin, die zugewiesenen Asylbewerber unterzubringen und die Leistungen zu prüfen. In diesem Zusammenspiel spiele die Ausländerbehörde eine zentrale Rolle. Eine zügige Entscheidung über das Bleiberecht könne die Integration erleichtern – das gemeinsame Ziel, nach dem die drei Akteure täglich strebten, damit sowohl Geflüchtete als auch die Gesellschaft profitieren.

