Beim Empfang zum 80. Geburtstag im „Parkhotel“ 2007 gratuliert unter anderem Marianne Engeser ihrem CDU-Parteifreund Eberhard Bosch. Archivfoto: Ketterl
Pforzheim
Eberhard Bosch gestorben: Trauer um einen überzeugten Pforzheimer Christenmenschen

Pforzheim. Die Aktivitäten – hauptberuflich wie ehrenamtlich – und Verdienste von Eberhard Bosch komplett aufzulisten, ist schlechterdings kaum möglich. Der ehemalige Unternehmer, CDU-Altstadtrat und Verwaltungsratsvorsitzende des Evangelischen Diakonissenvereins Siloah ist im Alter von 94 Jahren gestorben. Die Beisetzung auf dem Hauptfriedhof fand am Dienstag im engstens Familienkreis statt. Der in Mühlacker geborene, in Tübingen aufgewachsene und 1951 nach Pforzheim gekommene Bosch, promoviete Jurist, war nach dem Ausscheiden seines Schwiegervaters Eugen Dürrwächter Teilhaber, Komplementär und Sprecher der Geschäftsführung von Doduco, Gesellschafter und kaufmännischer Geschäftsführer der Firma AATEC sowie Präsidiumsmitglied – und zuletzt Vizepräsident – der Industrie- und Handelskammer Nordschwarzwald.

24 Jahre lang, 13 davon in führender Position, prägte der überzeugte Christ als CDU-Stadtrat das Gesicht des Gremiums mit. Wer ihn kannte, würdigt noch heute seine Sachkompetenz, die messerscharfe Argumentation und druckreife Rede des Christdemokraten.

Fast 20 Jahre lang leitete Bosch den Verwaltungsrat des Evangelischen Diakonissenvereins und wurde nach seinem Ausscheiden Ehrenmitglied des Gremiums.

Bosch engagierte sich in herausgehobenen Positionen in der Lebenshilfe – er leistete eine persönliche Bürgschaft, als dem Verein der Konkurs drohte –, der Internationalen Freunde des Schmuckmuseums (er war 1977 eines der Gründungsmitglieder), dem Verwaltungsrat des Südwestdeutschen Kammerorchesters und dem Lions Club. 1988 wurde Bosch das Bundesverdienstkreuz verliehen.

Religion als Anker

Mit seiner Frau Brigitte gründete er 1985 die Bosch-Dürrwächter-Stiftung, die sich neben der Unterstützung von bedürftigen Personen vor allem der Förderung, Erhaltung und Verbreitung des christlich-abendländischen Kulturguts, insbesondere der christlichen Religion, verschrieben hat. „Ohne die Religion hätte ich manche Rückschläge im Leben nicht verkraftet“, so Bosch in einem PZ-Porträt anlässlich seines 75. Geburtstags.