Jeder darf dazu gehören: Bei der Abschlussfeier der inklusiven Ferienfreizeit sind die Kinder und ihre Betreuer ein wenig zusammengewachsen. Ljiliana Berakovic
Fotografien: Ljiliana Berakovic
Pforzheim
Ein Fest der Begegnung ohne Schranken: Knapp 50 Kinder feiern Abschluss der Ferienfreizeit

Pforzheim. Rund 50 Kinder mit und ohne Behinderung sowie ihre Eltern feierten im Haus der Jugend im Benckiserpark den Abschluss ihrer Ferienfreizeit. Mit dabei waren Erster Bürgermeister Dirk Büscher, Sozialbürgermeister Frank Fillbrunn, der Inklusionsbeauftragte Mo Zakzak, der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde, Rami Suleyman, sowie Vertreter sozialer Verbände. Stadtrat Frank Johannes Lemke brachte zu Beginn auf den Punkt, worum es bei dem Projekt geht: „Inklusion bedeutet nicht, dass alle gleich sind. Inklusion bedeutet, dass jeder dazugehören darf – genau so, wie er ist.“

Rollierendes Verfahren

Für Vlera Muriqi, Geschäftsführerin des auf soziale Aufgaben spezialisierten Dienstleisters AssistenzEngel, war die Ferienfreizeit auch ein Zeichen des großen Vertrauens, das die Eltern dem Betreuungsteam entgegenbrachten. „Es ist nicht selbstverständlich, dass Eltern ihre Kinder über drei Wochen hinweg in die Obhut anderer geben“, sagte die engagierte Sozialfachwirtin. Auf ihre Mitarbeiterinnen sei jedoch Verlass.

Gemeinsam mit ihrem achtköpfigen Team betreute sie Tag für Tag in einem rollierenden Verfahren jeweils 25 Kinder im Alter von sechs bis 14 Jahren. Mindestens fünf Kinder mit Handicap waren stets dabei. „Eine ideale Konstellation“, befand Muriqi. Denn gerade diese Zusammensetzung habe dafür gesorgt, dass wirklich jedes Kind mitgenommen werden konnte – unabhängig davon, ob es eine Behinderung hatte oder nicht.

Wie viel die Kinder in diesen drei Wochen erlebt hatten, wurde bei der Abschlussfeier spürbar. Einige von ihnen berichteten von ihren persönlichen Erlebnissen. Peter etwa erzählte, dass er neue Freunde gefunden habe und unbedingt wiederkommen wolle. Ein kurzer Satz, der viel über den Erfolg der Ferienfreizeit aussagt: Aus Begegnungen wurden Freundschaften, aus anfänglicher Zurückhaltung wurde Gemeinschaft.

Mit musikalischen Einlagen bedankten sich die Kinder anschließend bei den Sponsoren und Unterstützern der Maßnahme. Ohne deren Engagement wäre dieses besondere Ferienerlebnis nicht möglich gewesen.

Der Dank ging an Wulff Oppelt von der Meixner-Stiftung, an Philip Paschen, an Uli Lauche von der Volksbank pur, an die PZ-Stiftung „Menschen in Not“ sowie an Ersten Bürgermeister Dirk Büscher, der Mittel aus einem Topf für soziale Zwecke bereitstellte. Auch der Inklusionsbeauftragte Mo Zakzak beteiligte sich finanziell. Darüber hinaus leisteten mehrere kleinere Vereine ihren Beitrag und trugen damit ebenfalls zum Gelingen der Ferienfreizeit bei. Zum Abschluss richtete Stadtrat Lemke eine eindringliche Bitte an die kommunalen Vertreter: Ab 2027 sollten kommunale Mittel für dieses erfolgreiche Projekt zur Verfügung gestellt werden. Denn die AssistenzEngel haben nun bereits zum zweiten Mal eine inklusive Ferienfreizeit organisiert und deren Finanzierung sichergestellt.

Die Botschaft des Nachmittags war dabei deutlich zu spüren: Inklusion funktioniert, wenn Menschen sie ermöglichen. Kinder brauchen dafür keine großen Worte, sondern Räume, Zeit und die Chance, miteinander zu spielen, zu lachen und Freundschaften zu schließen. Nach zwei erfolgreichen Ferienfreizeiten sei es nun an der Stadt, Verantwortung zu übernehmen und das Projekt auch künftig finanziell abzusichern. pm