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Am Freitag gibt es eine weitere Demo der „Fridays-for-Future“-Aktivisten.  Foto: PZ-Archiv/Meyer 

Forderungen der „Fridays-for-Future“-Aktivisten sorgen für kontroverse Reaktionen

Pforzheim/Enzkreis. Nachdem die „Fridays-for-Future“-Aktivisten ihre Forderungen an die Kommunalpolitik in Pforzheim und dem Enzkreis gestellt haben, melden sich am Mittwoch der CDU-Bundestagsabgeordnete Gunther Krichbaum und die Grünen-Landtagsabgeordnete Stefanie Seemann in Pressemitteilungen zu Wort – erwartungsgemäß mit ganz unterschiedlichen Positionen.

Krichbaum verweist darauf, dass der Pforzheimer Sprecher Lorenz Hornung „ein grüner Parteifunktionär“ sei. Der 20-Jährige ist Beisitzer im Landesvorstand der Grünen Jugend Baden-Württemberg. „Hier läuft eine Jugendbewegung Gefahr, parteipolitisch instrumentalisiert zu werden“, so Krichbaum. Er verwahrt sich zudem gegen den Vorwurf, Deutschland habe den Klimaschutz verschlafen. Der Abschluss des Pariser Klimaabkommens sei maßgeblich von Kanzlerin Angela Merkel vorangetrieben worden, und Deutschland mache bei der CO2-Reduktion große Fortschritte. „Seit 1990 ist unsere Wirtschaft um 40 Prozent gewachsen, und gleichzeitig konnten die CO2-Emissionen um 30 Prozent reduziert werden.“ Mit der EEG-Umlage treibe man bereits seit dem Jahr 2000 den systematischen Umbau der Energieversorgung voran. Es müsse Augenmaß bewahrt werden, so Krichbaum: „Wir müssen zu einem Ausgleich zwischen Ökologie und Ökonomie kommen, wenn wir unseren Wohlstand und unser sehr hohes Niveau der sozialen Sicherung dauerhaft erhalten wollen.“ In den Gemeinderäten könnten die einzelnen Forderungen zu besseren Radwegen, Tempo-30-Zonen, dem kommunalen Beschaffungswesen und den ÖPNV-Ausbau diskutiert werden. Leider werde oft übersehen, dass der ÖPNV nicht sofort drastisch ausgebaut werden könne. Unverständlich ist dem CDU-Kreisvorsitzenden die Forderung nach einem sofortigen Ausbaustopp für alle Gewerbegebiete. „Wir brauchen natürlich den Ausbau unserer Gewerbegebiete, um Pforzheimer Unternehmen Entwicklungschancen zu geben und neue Unternehmen anzusiedeln“, so Krichbaum. Es würden dringend neue, gut bezahlte Arbeitsplätze gebraucht. Ein Verbot von Fleisch und Milchprodukten in den kommunalen Einrichtungen lehne er kategorisch ab. Er setze auf den mündigen Bürger und nicht auf Zwang von oben. Abschließend geht Krichbaum auf die Forderung ein, künftig auf Hallenbäder zu verzichten, weil sie klimaschädlich seien: „Kinder müssen Schwimmen lernen.“ Zudem will er wissen, ob die „Aktivisten und die grünen Weltverbesserer morgens wirklich alle mit kaltem Wasser duschen“.

Seemann dagegen ist überzeugt: „Zusammen können wir den Enzkreis verändern.“ Die Forderungen der „Fridays-for-Future“ seien ein wichtiger Schritt. Die Grünen-Landtagsabgeordnete und Mühlacker Stadträtin hatte an der vergangenen Demonstration teilgenommen. Sie will die Forderungen in die Fraktion im Landtag und in Mühlacker tragen. Zudem habe sie die Akteure zu einem Gespräch eingeladen.

Indes kündigten die Organisatoren von „Fridays for Future“ zum Abschluss der „Woche für das Klima“ für Freitag eine Demo an. Los geht es um 11 Uhr mit Kundgebungen am Marktplatz, um 12 Uhr startet ein Demonstrationszug.