Pforzheim/Stuttgart. Aufgrund von Ungereimtheiten nach der Flucht des verurteilten Mörders, der zum Tatzeitpunkt in Pforzheim lebte, vor vier Wochen bei Germersheim in Rheinland-Pfalz hat der FDP-Landtagsabgeordnete Christian Jung (Landkreis Karlsruhe) nun einen neuen Fragenkatalog an die baden-württembergische Landesregierung gestellt.
Im Rahmen einer parlamentarischen Anfrage will Jung wissen, „an welche Orte die achte und vorerst letzte Ausführung des in der Justizvollzugsanstalt Bruchsal inhaftierten Gefangenen am 30. Oktober führte, die im Rahmen eines überwachten Treffens mit seiner Familie an einem Baggersee endete“.


Abgeordneter moniert Ungereimtheiten: War verurteilter Mörder vor seiner Flucht auch in einem Baumarkt?
Der Abgeordnete möchte dazu die genauen Adressen sowie die Zeitangaben des Aufenthalts wissen. Dies sei deshalb für ihn wichtig, weil es mittlerweile Presseberichte gebe, dass der Gefangene vor seiner Flucht auch in einem Baumarkt gewesen sei, um zusammen mit seiner Frau Bretter zu kaufen, heißt es in einer Pressemitteilung Jungs, der zudem erfahren möchte, ob die Ausführung im Vorfeld des 30. Oktobers mit der Ehefrau des Gefangenen im Detail geplant worden war.


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Auch hat Jung folgende weitere Fragen zu der geglückten Flucht des Mörders, die sich unter anderem um die Orte der vorherigen sieben Ausführungen des Gefangenen, um die verwendeten Modelle der Fußfesseln und geplante zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen bei Ausführungen drehen. Besonders interessiert den liberalen Abgeordneten:
„Ist es richtig, dass man die in Baden-Württemberg im Einsatz befindlichen Fußfesseln schon mit einer haushaltsüblichen Schere öffnen kann und dazu gar keine Gartenschere aus einem Baumarkt benötigt?“, Christian Jung FDP-Landtagsabgeordneter
Sein erneutes Nachhaken begründete Jung mit Ungereimtheiten nach seiner jüngsten Anfrage an Justizministerin Marion Gentges. Der Gesuchte war 2012 wegen Mordes verurteilt worden. Zum Tatzeitpunkt lebte er in Pforzheim.
*Der Name des gesuchten Mörders wurde nachträglich entfernt, da er wieder aufgefunden worden ist.


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