Pforzheim. Diese Nachricht klingt wie ein wahr gewordener Horrorfilm: Am Montag, 30. Oktober, also ein Tag vor Halloween, ist der unter anderem wegen Mordes verurteilte Mann bei einer geplanten Ausführung im Bereich eines Baggersees im rheinland-pfälzischen Germersheim-Sondernheim trotz Begleitung von zwei Justizbediensteten der Justizvollzugsanstalt Bruchsal (JVA) in ein angrenzendes Waldstück geflohen. Auch eine Woche später fehlt von dem 43-Jährigen, der zum Tatzeitpunkt in Pforzheim wohnhaft war, jede Spur.
Das Landeskriminalamt Baden-Württemberg gehe aktuell über 60 Spuren und Hinweisen nach, heißt es in einer Mitteilung am Dienstag. Bislang wurde der Flüchtige allerdings noch nicht ergriffen. Weitere Auskünfte zur Vorgehensweise und zu den Ermittlungen könnten nicht gegeben werden, heißt es weiter. Die Gefahr sei zu groß, dadurch die Fahndung nach dem 43-Jährigen zu gefährden.


Mörder aus Pforzheim bei Ausflug in die Pfalz geflüchtet
Der Gesuchte wird wie folgt beschrieben: männlich, 1,85 Meter groß, kräftige, sportliche Statur, Glatze. Er war zuletzt bekleidet mit einem schwarzen T-Shirt, blauen Jeans und grau-roten Sportschuhen.


Mörder weiter auf der Flucht: Die Fakten zum Fall
Was zu tun ist, wenn man Hinweise hat
Die Polizei gibt jedoch Hinweise, wie man sich verhalten sollte, wenn man auf den Verurteilten trifft oder ihn sehen sollte:
- Allgemein gilt, die Polizei über den Notruf 110 so schnell wie möglich zu verständigen, ohne sich selbst oder andere in Gefahr zu bringen.
- Es kann auch ausreichen, eine aktuelle Beschreibung des Flüchtigen, dessen Fahrzeug oder Fluchtrichtung abzugeben, um der Polizei eine Festnahme zu ermöglichen.
- Im Zweifel lieber einmal mehr - auch im Nachhinein - die Polizei informieren, wenn man sich nicht ganz sicher ist, ob es sich tatsächlich um den Flüchtigen handelt.
Hinweisgeber werden gebeten, sich bei Erkennen des Mannes über den Notruf 110 bei der Polizei zu melden oder sachdienliche Hinweise telefonisch dem LKA BW unter der Telefonnummer (0711) 54013360 mitzuteilen.


Geflüchteter Mörder weiter gesucht: 43-jähriger lebte zum Tatzeitpunkt in Pforzheim
Die grausame Tat:
Der 43-Jährige war 2012 wegen Mordes vom Landgericht Karlsruhe zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt worden. Für das Gericht stand fest, dass der damals 32-Jährige sein Opfer aus Pforzheim am 7. Januar 2011 nach Gotha gelockt, gefesselt und geschlagen hat.


Mit Fleischklopfer traktiert und stranguliert - Tat bestritten
Danach fuhren er und eine mitangeklagte, damals 30 Jahre alte Frau mit dem verletzten Mann in die Südpfalz. Dort erwürgte er das Opfer. Nicht seine erste Haftstrafe wegen eines Gewaltverbrechens: Der Mann hat bereits wegen Totschlags im Gefängnis gesessen. Das Landgericht Gera hatte ihn 2003 zu acht Jahren verurteilt, nach fünf Jahren wurde er auf Bewährung freigelassen.
* Der Name des gesuchten Mörders wurde nachträglich entfernt, da er wieder aufgefunden worden ist.



