Mariasole Morsellis Herz schlägt für die Goldschmiedekunst. Pforzheim diente ihr hier als Inspirationsquelle.
Mariasole Morselli
Pforzheim
Goldschmiedin völlig im Glück: Junge Frau aus Vicenza lernt in Pforzheim viel dazu
  • Ada Deflorio

Pforzheim/Vicenza. Wie die städtepartnerschaftlichen Bande zwischen Pforzheim und Vicenza eine Frau aus Vicenza nachhaltig bereicherten, berichtet Ada Deflorio von der Deutsch-Italienischen Gesellschaft (DIG) für die PZ nach einem persönlichen Austausch mit der Venetierin.

„Susanne Schreck, die Beauftragte für die Städtepartnerschaften im Pforzheimer Rathaus, und ich haben uns im Namen der DIG in einem Café im Stadtzentrum von Vicenza mit Mariasole Morselli getroffen. Ein strahlendes Lächeln ziert ihr Gesicht, das irgendwie an ihren Namen ,Maria, die Sonne‘ denken lässt. Mit eleganter Haltung und authentischem, aber zurückhaltendem Auftreten erzählt sie uns ihre Geschichte. Und je mehr sie erzählt, desto begeisterter wird sie.

Mariasole, 26 Jahre alt, einen Bachelor-Abschluss in Fremdsprachen (Spanisch und Englisch) in der Tasche, beschließt, während der Pandemie auf eigene Faust Deutsch zu lernen. ,Weil ich die Märchen der Brüder Grimm im Original lesen wollte‘, erzählt sie uns. Aber ihre wahre Leidenschaft galt schon immer der Kunst. Sie hat stets gerne gezeichnet und gesungen. Das Bedürfnis nach einer sicheren beruflichen Zukunft veranlasste sie jedoch, Sprachen zu studieren.

Mitten in Vincenza in einem Café tauscht sich Susanne Schreck (links), Pforzheimer Beauftragte für Städtepartnerschaften, mit Mariasole Morselli aus.
Ada Deflorio

Nach ihrem Abschluss wurde ihre künstlerische Berufung jedoch so stark, dass Mariasole mit der Unterstützung ihrer Familie – und vielleicht auch angeregt durch die handwerkliche Tradition ihrer Familie (die Handwerker auf der Seite ihres Vaters waren Maler) – beschloss, sich an der Gold Academy in Vicenza, einem Kompetenzzentrum für die Ausbildung zum Goldschmied, einzuschreiben, wo sie zwei Jahre lang studierte. Die Goldschmiedekunst, erklärt sie uns, vereine ihre vielfältigen Interessen, nämlich das künstlerische, das kreative und das sprachliche.

Neue Techniken in Pforzheim

,Improvisieren im Leben ist das Beste‘,

sagt sie uns.

Und so beschließt sie kurz vor Ende ihrer Ausbildung, nach Pforzheim zu kommen, um ihr Deutsch zu perfektionieren und zu üben. Ihr Mentor aus Vicenza, Timoteo Frammartino, bringt sie mit Andrej Jarosch, Lehrer an der Goldschmiedeschule in Pforzheim, in Kontakt, um ein 480-stündiges, also etwa dreieinhalbmonatiges Praktikum zu absolvieren.

Bereits im November 2025 war eine Gruppe von sechs Schülern der Goldschmiede- und Uhrmacherschule Pforzheim in Begleitung desselben Lehrers in die Partnerstadt Vicenza gereist, um die Zusammenarbeit mit der Gold Academy Vicenza zu vertiefen.

Ein von Mariasole Morselli geschaffenes Objekt.
Mariasole Morselli

Mariasole kam im November alleine an, wurde aber nach eigenen Angaben in der Schule sehr herzlich empfangen. ,Die Goldschmiedeschule: Es war Glück!‘, sagt Mariasole mit einem breiten Lächeln. Sie fand sofort Freunde, wurde von den Lehrern gut betreut und lernte viele neue Techniken wie Emaillieren, Ziselieren und Gravieren. Sie lernte den Umgang mit der Guillochiermaschine und nahm an einem Gravurprojekt für die Wintergalerie der Goldschmiedeschule teil.

Außerdem habe sie die Stadt Pforzheim mit ihrem Weihnachtsmarkt gut aufgenommen. Sie sei immer auf respektvolle Menschen getroffen. Sie habe mehrere Tage im Schmuckmuseum verbracht und sei sich der Bedeutung der Sammlung des Museums bewusst geworden.

Auf unsere Frage ,Was nimmst du aus Pforzheim mit nach Hause?‘ antwortet sie:

,Ich habe gelernt, dass man an seine Ideen glauben kann, ja sogar, dass die eigenen Ideen wichtig sind: Man kann sie in Arbeitsmöglichkeiten verwandeln, wenn man wirklich daran glaubt.‘“

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