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Der Golfclub hat vor Gericht gegen seinen Ex-Präsidenten Wolfgang Daum verloren.
Der Golfclub hat vor Gericht gegen seinen Ex-Präsidenten Wolfgang Daum verloren. © Ketterl
08.05.2019

Golfclub kommt nicht zur Ruhe: Gericht entscheidet für Platzverpächter

Pforzheim/Enzkreis. Im Rechtsstreit des – klagenden – Golfclubs Pforzheim Karlshäuser Hof (Ölbronn-Dürrn) gegen die Betriebsgesellschaft und Verpächterin des Golfplatzes ist der Verein vorerst gescheitert. In einem Teilurteil der Zivilkammer V des Landgerichts Karlsruhe wies die Vorsitzende Richterin Susanne Merz die Klage ab. Das freut natürlich Ex-Sparkassen-Chef Wolfgang Daum, den langjährigen Präsidenten des Clubs und federführenden Gesellschafter der GmbH.

Die Klage des Vereins war eingereicht worden, weil sich – verkürzt gesagt – der Club-Vorstand unter Daum-Nachfolgerin Hannelore Zachmann von der GmbH über den Tisch gezogen fühlte: Man sehe sich durch die in einem Paragrafen des Pachtvertrags als permanenter Zahler für Instandhaltungs- und Instandsetzungspflichten benachteiligt.

Das sei eine „unangemessene Benachteiligung“ und stelle ein eine „wirtschaftliche Überforderung“ des Vereins mit seinen rund 600 voll zahlenden Mitgliedern dar. Zachmann argumentierte in einem Schreiben an die Mitglieder im Vorfeld der am Montag stattgefundenen nicht-öffentlichen Mitgliederversammlung, man zahle derzeit rund 400.000 Euro Pacht zuzüglich Umsatzsteuer im Jahr an die Betriebs-GmbH. Diese überweise gerade mal 90.000 Euro an die Besitzer-Familie des Areals zwischen Bauschlotter Senke und Ölbronn-Dürrn. Damit ergebe sich ein Gewinn für Daum & Co. von jährlich bis zu 300.000 Euro bis zum Vertragsende 2039.

Daum sieht dies naturgemäß anders und fühlt sich hundertprozentig bestätigt. Die Geschäftsführung und die Gesellschafter der Betriebs-GmbH sprechen in einem offenen Brief von „gebetsmühlenartig vorgetragenen Schuldzuweisungen“ – das „Lügengebäude“ Zachmanns sei „eingestürzt“. Viele Äußerungen seien „falsch“, „grob irreführend“, „böswillig, infam und ehrabschneidend“. Der Vorstand solle zurücktreten – der Golfclub brauche einen Neuanfang.

Der Vorstand trat nicht zurück – und wurde von rund zwei Dritteln der Mitglieder entlastet. Der Club wird gegen das Urteil Rechtsmitttel einlegen, die Sache geht in die nächste Instanz.

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