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Das Gebäude mit den Wohnungen, über den Innenhof gesehen. Zahl und Größe der Einheiten stehen abschließend noch nicht fest, ursprünglich waren kleinere Zuschnitte für alleinstehende Berufstätige angedacht. Das Modell zeigt nun aber auch einen Spielplatz mit Kindern. Visualisierungen: Pheroh 
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So soll das „Holiday-Inn-Express“-Hotel an der Ecke Durlacher/Maximilianstraße aussehen. Die Baugenehmigung ist erteilt, der Vertrag mit dem Betreiber steht. 

Hotel- und Wohnprojekt an Durlacher Straße startet nach Besitzerwechsel neu

Pforzheim. Lange nichts gehört von dem Bauvorhaben auf dem Brachgrundstück am Eck Durlacher Straße/Maximilianstraße? "Goldstück" hatte der Projektentwickler 6B47, ein im Ursprung österreichisches Immobilienunternehmen mit Deutschland-Sitz in Düsseldorf, sein Vorhaben mit einem Holiday-Inn-Hotel und 65 Wohnungen genannt.

Das Hotel, Kategorie Drei Sterne plus, und die überwiegend für berufstätige Singles gedachten, eher kleineren Mietwohnungen sollten im Frühjahr 2019 an die Nutzer übergeben werden, hieß es.

Bekanntlich liegt das Grundstück immer noch brach. Vermutungen, dass angesichts der gestiegenen Baukosten auf Wunsch der finanzierenden Bank die Kalkulation des Invests zu überarbeiten gewesen sei, machten die Runde, ließen sich aber offiziell nicht erhärten.

Nun steht fest: Ein neuer Besitzer macht einen neuen Anlauf, aber im Wesentlichen mit den bestehenden Plänen, die noch von 6B47 durch den Gestaltungsbeirat gebracht worden waren, auch die Baugenehmigung liegt vor. Das Unternehmen hat das „Goldstück“ an eine Objektgesellschaft des Neusser Projektentwicklers Pheroh veräußert – inklusive der Planungen, wie es aus der Antwort der von 6B47 mit der Öffentlichkeitsarbeit beauftragten Agentur Feldhoff & Cie hervorgeht. Üblicherweise veräußere man ein Objekt erst nach Fertigstellung, hier habe man eine Ausnahme gemacht. Ein langfristiger Pachtvertrag wurde mit dem bonitätsstarken Hotelbetreiber tristar bereits abgeschlossen, der das Hotel unter der Marke „Holiday Inn Express“ über eine Laufzeit von 25 Jahren führt. Der Rest des rund 3300 Quadrameter großen Grundstücks wird mit den Wohnungen und einem allerdings kleinen (600 Quadratmeter) Gewerbeteil bebaut.

Insgesamt entsteht ein Gebäudekomplex mit knapp 13 000 Quadratmetern Nutzfläche, davon etwas mehr als die Hälfte für Wohnungen. Der Baubeginn ist laut Feldhoff & Cie. fürs dritte Quartal 2019 vorgesehen.

Stadt greift Wohnthema auf

Baugrundstücke seien knapp, die Nachfrage wachse unaufhörlich, und Pforzheim sei immer noch aufgrund seines Preisniveaus attraktiv mit Blick auf Stuttgart und Karlsruhe, hatte Baubürgermeisterin Sibylle Schüssler unlängst erklärt. Um den Bedarf zu decken, bräuchte es jährlich 640 neue Wohnungen.

Mit dem Initiativprogramm Wohnen möchte sie wichtige Weichen für die Zukunft stellen, um Pforzheimer und Zuziehende mit genügend qualitätvollem Angebot zu versorgen. Der Gemeinderat hat diese Woche grundsätzlich zugestimmt – umstritten ist der Anteil geförderten Wohnens etwa für Familien mit durchschnittlichem Einkommen oder auch Menschen unterhalb dieser Einkommensklasse.

Private Krankenversicherung legt Geld in Mietwohnungen an


Auf diesem Grundstück unterhalb des Finanzamts werden drei Mehrfamilienhäuser mit Mietwohnungen als Kapitalanlage gebaut. Foto: Ketterl

Längere Zeit hatte auch ein Grundstück an der Bismarckstraße, unterhalb des Finanzamts, brachgelegen, für das sich vor einigen Jahren ein niederländischer Investor interessiert hatte. Mittlerweile hat sich die BPD Immobilienentwicklung GmbH in Stuttgart des Areals angenommen und drei Mehrfamilienhäuser mit Tiefgarage geplant. Das Objekt ist bereits vor Baubeginn an die Süddeutsche Krankenversicherung (SDK) verkauft worden, wie diese gegenüber der PZ bestätigt. Sie will die 46 dort entstehenden Mietwohnungen als Geldanlage nutzen.

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