Leben und Arbeiten für alle: Das inklusive Wohnen auf dem Alten Schlachthof nimmt Formen an
Im Sommer gab es immer wieder Führungen mit Mitgliedern der Gewerbekultur Pforzheim eG im Alten Schlachthof. Stefanie Wetzke (links), Christof Weisenbacher (Dritter von rechts) und Ute Hötzer (Zweite von links) zeigten die Räumlichkeiten.
Archivfoto: Tilo Keller
Pforzheim
Leben und Arbeiten für alle: Das inklusive Wohnen auf dem Alten Schlachthof nimmt Formen an

Der Alte Schlachthof in der Oststadt soll in fünf Jahren zu einem lebendigen Quartier mit Ateliers für Künstler, kleinen Handwerks- und Dienstleistungsbetrieben sowie unterschiedlichen Wohnformen werden. Dazu soll das drei Hektar große Gelände sowie die entstehenden Arbeitsplätze von Menschen mit und ohne Behinderung gleichermaßen inklusiv nutzbar sein. Von den 100 geplanten barreiefreien Wohneinheiten, die neu zum Bestand dazukommen, sollen drei für Wohngemeinschaften (WG) mit Behinderten und eine für eine WG mit Pflegebedürftigen vorgesehen werden. Projektgruppe stellt Konzept vor. Es gibt bereits Nachfragen.

Die Lebenshilfe hat bereits für zwei inklusive Wohngemeinschaften Interesse angemeldet. Vier junge Erwachsene mit Handicap und ein Teil der Eltern möchten außerdem auf das Gelände ziehen. Das ist ein wichtiger Bestandteil des Konzepts der Arbeitsgruppe, die sich ein halbes Jahr lang mit dem Thema inklusives Wohnen beschäftigt hat. Koordinatorin Ute Fiedrich hat jetzt den abschließenden Projektbericht zusammen mit der Organisatorin Arianne Schwarz vorgestellt. 

Vor einem Jahr hatte die Genossenschaft Gewerbekultur den Zuschlag des baden-württembergischen Sozialministeriums in Höhe von 18 000 Euro aus dem Programm „Impulse Inklusion 2019“ erhalten. Kürzlich gab es dann zusätzlich eine Zusage, dass aus dem Programm „Innovativ Wohnen BW“, für das Projekt „Genossenschaftliche Wege der Quartiersentwicklung – Alter Schlachthof Pforzheim“  bis zu 800 000 Euro fließen werden.  Die Arbeitsgruppe, bestehend aus Dieter und Gabi Mandl-Meixner sowie Harald und Corina Jung habe unter anderem eine Quartiersanalyse und einen Leitfaden erstellt sowie den Bedarf und die Planungsziele ermittelt.