Mal wieder ganz schön weit durch, trotz des Themas: Kolumnenautor liest Rülke-Promotion.
Marek Klimanski
Pforzheim
Literatur vom Pforzheimer Liberalen: Geht in P-Town nun das Zittern um?

Pforzheim. Berufe mit „P“ gibt es einige, manche davon hat der Pforzheimer Oberliberale Hans-Ulrich Rülke ergriffen. Pädagoge etwa. Oder auch Politiker. Pfarrer wäre ebenfalls ein schöner Beruf mit „P“, aber trotz einer Doktorarbeit übers Gottesbild des Dichters Klopstock (und dessen Poetik) hat der Vormann der FDP in Pforzheim und zuletzt auch Baden-Württemberg nicht den Seelsorger-Beruf gewählt.

Eine Kolumne von PZ-Redakteur Marek Klimanski 

Wer weiß, wozu es gut ist. Eine Poetikprofessur wurde es indes auch nicht. Obwohl wir uns der neuesten Entwicklung damit nähern. Näher jedenfalls als mit dem Pensionär, was dem neuerdings 65-Jährigen ebenfalls mit Fug und Recht zugestanden hätte, nachdem der Gymnasiallehrer mit der von ihm geführten FDP-Truppe im März den Wiedereinzug in den Landtag verpasst hat. „Publizist“ jedenfalls ist neuerdings die Berufsbezeichnung, die für Rülke in der Auflistung der Stadtbau-Aufsichtsratsmitglieder Verwendung findet.

Hat er aus seinen regelmäßigen Social-Media-Botschaften eine Erwerbstätigkeit gemacht? Eine Zeitschrift gegründet? Oder eine Neuauflage seines Werks über „Gottesbild und Poetik“ auf den Weg gebracht? Nein, und das war wohl auch keine Überlegung: Immerhin ist Rülke überzeugter Marktwirtschaftler und dürfte die Chancen des Klopstock-Buchs realistisch eingeschätzt haben. Dem Vernehmen nach soll er bei Erwähnung des Werks durch Journalisten schmunzelnd gesagt haben: „Ach, hat es mal wieder jemand lesen müssen?“ Aber unter uns Publizisten kann man ja ganz einfach fragen. In der Tat ist Rülke, wie er der PZ verrät, unter die Autoren gegangen – besser: zurückgekehrt – und schreibt Bücher. Konkret soll wohl im Dezember (Marktwirtschaftler! Weihnachtsgeschäft!!) eines erscheinen. Ein „politischer Roman“, wie er auch der Lokalzeitung „Schwäbische Post“ in Aalen jüngst sagte.

Mehr will Rülke nicht verraten, der Spannungsbogen muss ja gewahrt bleiben. Wir hoffen natürlich, dass es der ultimative, nur leicht verschlüsselte Enthüllungsroman ist, in dem ein Portusstädter Oberbürgermeister namens Dieter Doch genauso eine Rolle spielt wie dessen Vorgänger Bernd Schlank und Gerlinde Ohrenfels, aber auch christdemokratische Landespolitiker wie Ex-Ministerpräsident Thomas Schnappus oder Manolo Haguel sowie der spätberufene Untergangsanführer der Bundes-FDP, Wolfram Kielbicki. Wir schauen genau hin. Schließlich haben auch wir eine Berufung mit P, als echte Polit-Pageturner-Prüfer.

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