Pforzheim. Mehr als 60 Wünsche und Forderungen von Menschen mit Behinderungen sind bei einer Aktion zum Europäischen Protesttag zur Gleichstellung zusammengekommen. Die Ergebnisse wurden nun an Pforzheims Oberbürgermeister Peter Boch und die Vize-Landrätin des Enzkreises, Hilde Neidhardt, übergeben. Das teilten Stadt und Landkreis mit.
Überreicht wurden die Ergebnisse von der Inklusionsbeauftragten des Enzkreises, Anne Marie Rouviere-Petruzzi, und dem Pforzheimer Inklusionsbeauftragten Mohamed Zakzak. Die Wunschbaum-Aktion war Teil des Europäischen Protesttags, der am 7. Mai unter dem bundesweiten Motto „Neustart Inklusion“ auf dem Marktplatz stattgefunden hatte. Beteiligt hätten sich Menschen mit Behinderungen, Angehörige, Fachkräfte, Selbstvertretungsorganisationen sowie weitere Bürger.
Sechs Themenfelder
Die mehr als 60 Beiträge wurden laut Pressemitteilung in sechs Themenfelder gegliedert: Recht und Gleichstellung, Arbeit und Finanzen, Bildung, Schule und Betreuung, Barrierefreiheit, Politik und Bürokratie sowie Gesellschaft und Kommunikation. Gefordert wurden unter anderem gleiche Rechte und eine konsequentere Umsetzung der Gleichstellung, die Sicherung individueller Leistungsansprüche sowie eine bessere finanzielle Absicherung. Im Bereich Arbeit nannten die Teilnehmer eine gerechtere Bezahlung von Menschen mit Behinderungen, insbesondere in Werkstätten, mehr Unterstützung beim Wechsel auf den allgemeinen Arbeitsmarkt und zusätzliche inklusive Arbeitsplätze.


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Im Bildungsbereich wünschen sich die Teilnehmer mehr Unterstützung für inklusive Schulen, ausreichend Schulbegleitungen, eine verlässliche Kinderbetreuung und eine bessere Ausstattung der Einrichtungen. Ein weiterer Schwerpunkt war die Barrierefreiheit. Genannt wurden unter anderem barrierefreie Arztpraxen, Geschäfte und öffentliche Einrichtungen sowie sichere Wege und eine zuverlässige barrierefreie Mobilität. Auch konkrete Hindernisse in Pforzheim und im Enzkreis seien festgehalten worden.
Darüber hinaus wünschen sich die Teilnehmer weniger bürokratische Hürden, verständlichere Verwaltungsverfahren und mehr Mitsprache. Auch ein regelmäßiger Austausch zwischen Politik, Verwaltung und Menschen mit Behinderungen wurde gefordert. Im gesellschaftlichen Bereich ging es nach Angaben der Verantwortlichen vor allem um mehr Respekt, Wertschätzung und gegenseitiges Verständnis. Gewünscht wurden außerdem mehr Angebote zum Erlernen der Gebärdensprache und eine stärkere Sensibilisierung für Inklusion und Vielfalt.


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Mit der Übergabe wollten die beiden Inklusionsbeauftragten die Anliegen unmittelbar an die Verwaltungsspitzen herantragen. Ziel sei es, die Wünsche und Forderungen in künftige politische Entscheidungen und Maßnahmen einfließen zu lassen und den Dialog über eine inklusive Gesellschaft weiter zu stärken. Die Wunschbaum-Aktion habe gezeigt, dass Inklusion viele Lebensbereiche betreffe und nur gemeinsam gelingen könne. Die gesammelten Rückmeldungen sollten deshalb auch als Impuls dienen, die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen langfristig weiterzuentwickeln.

