Uwe Hück Rücktritt Betriebsversammlung 33
Mit einem emotionalen Brief hat sich Hück von seinen Kollegen verabschiedet. 

Mit diesen Worten verabschiedet sich Uwe Hück von seinen Porsche-Kollegen

Stuttgart/Pforzheim. Am Montag hat Uwe Hück bekanntgegeben, mit sofortiger Wirkung von seinem Posten als Betriebsratsvorsitzender und stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der Porsche AG in Stuttgart zurückzutreten. Stattdessen will der 56-Jährige nun in die Pforzheimer Politik. Mit diesen Worten hat sich Hück von den Porsche-Mitarbeitern verabschiedet:

„Ich schlage ein neues Kapitel auf“

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

wie ihr wisst, bin ich durch und durch Porscheaner. War es immer und werde es auch mit Leib und Seele bleiben. Aber nach über 35 Jahren im Unternehmen und fast 30 Jahren im Betriebsrat, habe ich mich entschlossen ein neues Kapitel in meinem Leben aufzuschlagen. Ich bin der Überzeugung, mit 56 Jahren und wenn man am Zenit steht, ist man für einen Neuanfang nicht zu alt. Sondern das ist genau der richtige Zeitpunkt, den leider viel zu viele erfolgreiche Menschen verpassen.

Uwe Hück Rücktritt Interview 01
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PZ-Interview mit Uwe Hück über seine Zukunftspläne

Als ich damals zu Porsche gekommen bin, stand das Unternehmen eigentlich kurz vor der Pleite. Heute strahlt Porsche mehr denn je. Nicht zuletzt, weil es uns gelungen ist, die Zeitenwende einzuläuten. Mit dem Taycan haben wir die Zukunft zu Porsche geholt.

Aber gemeinsam haben wir in den letzten Jahren noch viel mehr erreicht: Vor allem die Standortsicherung „Fit für die Zukunft“, die Zukunftssicherung „Wo Zukunft Tradition hat“, die Regelungen aus dem „Arbeitsmarkt der Zukunft“, die Transformation in Richtung Elektromobilität sowie die Gestaltung der Digitalisierung.

[ Alle Hintergründe: Er will in die Pforzheimer Politik: Uwe Hück tritt als Porsche-Betriebsratschef zurück ]

Porsche gehört seit 2009 zu VW. Aber mir war wichtig, die Eigenständigkeit von Porsche abzusichern. Das ist uns mit der Grundlagenvereinbarung bestens gelungen. Und so konnte Porsche zur Perle des VW-Konzerns reifen. Das zu schaffen, hat aber auch unglaublich viel Kraft gekostet und Spuren hinterlassen.

Interview: Uwe Hück über seinen Rücktritt und seine Pläne für Pforzheim
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Interview: Uwe Hück über seinen Rücktritt - Archiv 4.2.2019

Uwe Hück Rücktritt Betriebsversammlung 01
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Uwe Hück tritt überraschend als Porsche-Betriebsratschef zurück

Es waren extrem fordernde und anstrengende Jahre. Denn es war für mich immer ein enormer Spagat zwischen meinen Aufgaben als Konzern Betriebsratsvorsitzender und stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender und meinem sozialen Engagement, das mir schon immer sehr am Herzen liegt.

Die Entscheidung ist mir nicht leichtgefallen. Gerade in den letzten Wochen, als ich auch einmal die Chance hatte, selbst zur Ruhe zu kommen, hat mich das Thema beschäftigt. Aber ich bin ein Macher und war schon immer für eine Überraschung gut. Deshalb habe ich mich nach vielen Gesprächen mit Familie Freunden und Vertrauten zu diesem Schritt entschlossen, meine Funktionen und Ämter abzugeben und mich auf mein soziales Engagement und meine Lernstiftung zu konzentrieren. Außerdem werde ich mich mehr in die Politik einbringen, vor allem auch in Pforzheim. Denn ich habe immer gesagt, wenn man es geschafft hat, muss man der Gesellschaft wieder etwas zurückgeben. Und genau das werde ich in Zukunft tun.

Für mich war Porsche immer mehr als ein Unternehmen. Es ist die einzigartige Kultur und seine intergalaktische Belegschaft, die Porsche ausmachen. Ich durfte noch mit Ferry Porsche arbeiten und habe ihm versprochen, dass ich mich um das Unternehmen und seine Menschen kümmere. Und das habt ihr alle erfüllt. Deshalb darf ich gehen. Aber so ganz geht man ja nie. Ihr werdet mich bei der Hocketse und beim 6-Stunden-Lauf sehen. Auch werde ich weiter im Kuratorium der Ferry-Porsche-Stiftung und der Volkswagen-Belegschaftsstiftung sitzen.

Macht`s gut und vielen Dank.

Euer Uwe