Die systematische Lungenkrebsfrüherkennung kommt ab April: Starke und langjährige Raucherinnen und Raucher als Hochrisikogruppe können sich in einem Screening untersuchen lassen.
Helios Klinikum
Pforzheim
Moderne Verfahren nun möglich: Die Krebsfrüherkennung für dieses wichtige Organ kommt

Pforzheim. Je früher Lungenkrebs erkannt wird, desto besser sind die Behandlungschancen. Starke und langjährige Raucherinnen und Raucher als Hochrisikogruppe können sich ab April in einem Screening untersuchen lassen. Die hoch spezialisierten Helios Zentren für Lungenkrebs setzen auf moderne Verfahren zur Abklärung und Therapie. Bisher gab es in Deutschland kein Lungenkrebsfrüherkennungsprogramm, wie es beispielsweise in der Brust- oder Darmkrebsvorsorge existiert.

Nun hat sich einiges getan. „Mit der Früherkennung soll Lungenkrebs bereits in einem frühen Stadium entdeckt werden, so dass eine heilende oder längerfristig kontrollierende Behandlung noch möglich ist“, sagt Prof. Dr. Christian Rupp, kommissarischer Leiter der Pneumologie am Helios Klinikum Pforzheim.

Lungenkrebs: häufig unentdeckt

Rund 45.000 Menschen sterben jährlich an den Folgen von Lungenkrebs, damit ist dieser bei Männern die häufigste Krebs-Todesursache, bei Frauen die zweithäufigste, wie es in einer Pressemitteilung heißt. „Zu Beginn der Erkrankung verursacht Lungenkrebs selten Beschwerden und wird daher häufig erst spät entdeckt, meist wenn bereits Metastasen vorliegen und/oder der Krebs sich lokal ausgebreitet hat“, erklärt der langjährige Chefarzt der Thoraxchirurgie am Helios Klinikum Pforzheim, Dr. Michael Klopp. „Das systematische Lungenkrebsscreening ist nun ein großer Gewinn für die Betroffenen, da wir damit sehr viele Krebsfälle in frühen Stadien entdecken werden“, ergänzt er. Bisher wurde nur bei eindeutig auftretenden Symptomen wie langanhaltendem Husten oder Bluthusten eine radiologische Untersuchung als Kassenleistung verordnet.

Was ist die Lungenkrebsfrüherkennung?

Unabhängig von bereits auftretenden Beschwerden sind nun starke und langjährige Raucherinnen und Raucher ab 50 Jahren berechtigt, sich mit einem sogenannten Niedrigdosis-CT auf Lungenkrebs untersuchen zu lassen. Bei dieser radiologischen Untersuchung werden in einer Computertomografie räumliche Bilder der Lunge erstellt, auf denen Tumore beziehungsweise verdächtige Gewebeverdichtungen in der Regel gut zu erkennen sind. Startpunkt für Personen mit Risiko einer Lungenkrebserkrankung ist ein hausärztliches Beratungsgespräch, auf das eine Überweisung an eine radiologische Praxis zum Screening folgt.

Spezialisierte Lungenzentren

„Wer nach der CT-Untersuchung einen auffälligen Befund erhält, sollte sich an ein spezialisiertes Lungenzentrum wenden. Dort stehen die erforderliche Erfahrung, Fachärzte sowie Hightech-Ausrüstung für eine sichere Diagnose und Therapie zur Verfügung“, rät Dr. Klopp. Helios betreibt rund ein Dutzend hoch spezialisierte Lungenzentren, die eng im Verbund mit weiteren Kliniken und Arzt-Praxen vernetzt sind.

„Unser Ziel ist es, die hochwertige medizinische Versorgung in regionalen Netzwerken weiter auszubauen und eine Behandlung dort zu ermöglichen, wo die höchste medizinische Expertise vorhanden ist,“ erläutert Prof. Dr. Frederick Palm, Helios Medical Consultant. „Bei Helios behandeln wir Lungenkrebs über 32.000 Mal pro Jahr und ermöglichen unseren Patientinnen und Patienten unabhängig vom Standort Zugang zu unseren Expertinnen und Experten“, sagt Prof. Palm. In den spezialisierten Lungenkrebszentren werden Entscheidungen über eine individuelle Behandlung stets interdisziplinär mit dem geballten Wissen aus unterschiedlichen Fachrichtungen getroffen. Zudem werden moderne Verfahren wie Künstliche Intelligenz zur Unterstützung der Befundanalyse eingesetzt.

Einige Helios Lungenkrebszentren setzen nun bei der Diagnostik auf das innovative roboterassistierte Bronchoskopie-System Ion. Dieses ermöglicht Ärztinnen und Ärzten, besonders tief und zielgenau im Bronchialsystem vorzudringen und Proben von verdächtigem Lungengewebe zu entnehmen. Bestätigt sich der Verdacht auf ein Lungenkarzinom, kann dieses je nach Behandlungsplan in einem minimalinvasiven Verfahren, gegebenenfalls unterstützt durch das robotische Assistenzsystem DaVinci Xi, entfernt werden. Für die Patientinnen und Patienten bedeutet dies im besten Fall die Option auf einen früheren Behandlungsbeginn, möglichst schonende Eingriffe und schnellere Wundheilung.

Wer ist für das Screening berechtigt?

In Deutschland haben nun aktive und ehemalige Raucherinnen und Raucher im Alter von 50 bis 75 Jahren, die mindestens 25 Jahre lang stark geraucht habeneinmal jährlich Anspruch auf ein präventives Lungenkrebs-screening: Menschen zwischen 50 und 75 Jahren; Zigarettenkonsum ohne Unterbrechung seit mindestens 25 Jahren; Zigarettenkonsum entspricht mindestens 15 sogenannten „Packungsjahren“ (20 Zigaretten pro Tag über 15 Jahre hinweg); bei starken Ex-Rauchern: Rauchstopp vor weniger als zehn Jahren.

Wer mehr über das Thema Lungenkrebsfrüherkennung erfahren möchte, kann an einem einstündigen Webinar mit Chefarzt Prof. Dr. Tim Hirche, Co-Leiter des Lungenkrebszentrums der Helios HSK Wiesbaden, teilnehmen: am Donnerstag, 23. April, ab 18.30 Uhr online. Eine anonyme Teilnahme ist möglich. Anmeldung zum Webinar hier