Regionalzüge Baden-Württemberg
Grünen-Verkehrsminister Winfried Hermann hat dem FDP-Landtagsabgeordneten Erik Schweickert mitgeteilt, dasss zwar bereits seit Juni 2021, und damit noch vor Bekanntwerden der Insolvenz Abellios, zwei beziehungsweise drei zusätzliche Zugpaare zwischen Karlsruhe und Pforzheim verkehren, die weitere Ausweitung auf sechs Paare jedoch insolvenzbedingt von der grün-schwarzen Landesregierung zurückgestellt worden sei. 

Nach Abellio-Insolvenz: Keine zusätzlichen Züge zwischen Pforzheim und Karlsruhe – Landtagsabgeordneter sauer

Pforzheim/Karlsruhe. Anders als bereits im Oktober 2020 zugesagt, soll es nach der kommenden Fahrplanumstellung am 12. Dezember vorerst keine zusätzlichen Zugpaare auf der Linie RB 17a zwischen Pforzheim und Karlsruhe geben. Das hat der "ziemlich verärgerte" FDP-Enzkreisabgeordnete und Sprecher des Aktionsbündnisses "Qualitätsoffensive für die Residenzbahn", Erik Schweickert, am Sonntag in einer Mitteilung an die Presse bekannt gegeben.

"Ich bin echt sauer. Bereits bei Bekanntgabe der Insolvenz Abellios habe ich deutlich gemacht, dass die versprochenen Fahrplanverbesserungen davon nicht beeinflusst werden dürfen und jetzt werden diese klammheimlich beerdigt",

so der frustrierte Abgeordnete.

Bereits vor einigen Wochen habe er festgestellt, dass die ursprünglich zugesagten zusätzlichen Zugpaare zur Herstellung eines Zweistundentakts zu den Hauptverkehrszeiten in den Fahrplänen nicht auffindbar seien. Deshalb habe er sich bei Verkehrsminister Winfried Hermann erkundigt, ob die Abellio-Insolvenz Folgen für das Zugangebot gehabt habe. Dieser habe ihm daraufhin mitgeteilt, dass zwar bereits seit Juni 2021, und damit noch vor Bekanntwerden der Insolvenz Abellios, zwei beziehungsweise drei zusätzliche Zugpaare zwischen Karlsruhe und Pforzheim verkehren, die weitere Ausweitung auf sechs Paare jedoch insolvenzbedingt von der grün-schwarzen Landesregierung zurückgestellt worden sei. Einzige Fahrplanänderung im Dezember 2021 sei die Brechung und zeitliche Drehung des "Fliegenden Heidelbergers" (Durchbindung Bruchsal-Heidelberg) in Mühlacker, die den dortigen Bahnhof entlasten solle.

Konkret handelt es sich laut Mitteilung bei den nun zurückgestellten Zugpaaren um folgende ursprünglich ab Dezember 2021 geplante Verbindungen von Pforzheim Hauptbahnhof nach Karlsruhe Hauptbahnhof:

  • Abfahrt 8.19 Uhr, Zug 19550, Montag bis Samstag
  • Abfahrt 14.19, Zug 19564, Montag bis Samstag
  • Abfahrt 18.19, Zug 19526, Montag bis Freitag

Und von Karlsruhe Hauptbahnhof nach Pforzheim Hauptbahnhof:

  • Abfahrt 9.15, Zug 19551, Montag bis Samstag
  • Abfahrt 15.15, Zug 19581/19525, Montag bis Samstag
  • Abfahrt 19.19, Zug 19375, Montag bis Freitag

Besondere Bedeutung hätten die genannten Verbindungen, weil mit ihnen in Kombination mit den bereits seit Juni 2021 verkehrenden Zügen eine weitgehende Rückkehr zum ehemals bestehenden schnellen und direkten Zweistundentakt zwischen den Haltepunkten im östlichen Enzkreis (Niefern, Enzberg, Mühlacker, Mühlacker-Rößlesweg, Illingen) und Karlsruhe verbunden wäre. Dies habe die von Schweickert angeführte Qualitätsoffensive für die Residenzbahn nach der katastrophal verlaufenden Fahrplanumstellung im Juni 2019 immer wieder und letztlich mit Erfolg gefordert. Umso größer ist nun der Ärger über die Zurückstellung.

"Noch im September hatte der Verkehrsminister erklärt, dass es keine Beeinträchtigungen für die Fahrgäste geben soll. Und auch wenn es glücklicherweise nicht zu Einschränkungen des bestehenden Angebots kam, sehe ich dies eindeutig als Beeinträchtigung, da die zusätzlichen Verbindungen seit über einem Jahr erwartet wurden. Ich bin umso verärgerter, weil das Land erst vor kurzem stolz verkündet hat, dass die landeseigene SWEG Abellio Baden-Württemberg übernimmt. Unter diesen Voraussetzungen hätte die Landesregierung auch auf die Einhaltung von Zusagen drängen müssen",

so Schweickert.

Der Liberale kündigt deshalb an, beim Verkehrsminister auf die schnellstmögliche Einführung der zusätzlichen Zugpaare zu drängen und nach der Übernahme des Zugverkehrs durch die SWEG auch weitere Verbesserungen bei Angebot und Qualität auf der Residenzbahn einzufordern.

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