Pforzheim. Der 17-jährige Afghane, der am Samstag vergangener Woche in der Fußgängerzone festgenommen wurde, ist bei der Polizei kein Unbekannter. Näher will sich Präsidiumsprecher Frank Weber nicht auslassen über den biografischen Hintergrund des Jugendlichen. Der Afghane gilt als Rädelsführer einer rund 50 Personen zählenden Gruppe, der sich die Polizei gegenübersah.
Neun Streifenwagenbesatzungen waren kurz nach 22 Uhr in die Fußgängerzone gerast, nachdem eine Zeugin gemeldet hatte, dass ein Passant vor der Galeria Kaufhof zusammengechlagen und - am Boden liegend - getreten worden war. Es handelte sich um einen 20 Jahre alten Mann aus dem Irak. Aus einer etwa 15-köpfigen Personengruppe heraus sei er zunächst verbal, dann tätlich angegangen worden, sagte der Iraker, der sich nicht ärztlich versorgen lassen wollte - trotz Blutspuren im Gesicht. Woher diese rührten, ist jedoch zum gegenwärtigen Zeitpunkt ungewiss.


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Von der Gruppe blieb beim Eintreffen der Polizei nur der junge Afghane übrig. Mittlerweile hatten sich rund 50 weitere Personen um den Jugendlichen versammelt, der laut herumschrie und die polizeilichen Maßnahmen ignorierte. Weil er aus der Gruppe heraus dauerhaft die Stimmung aufgeheizt habe, so Weber, hätten ihn die Kollegen zur Ruhe ermahnt.


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Wild gestikulierend sei auf eine Beamtin zugegangen. Er habe die Kollegin beleidigt und getönt, er lasse sich von einer Frau nichts sagen. Umgehend sei er vorübergehend in Gewahrsam genommen worden. Wenig später sei der leicht alkoholisierte 17-Jährige wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Er wird nun wegen gemeinschaftlich begangener gefährlicher Körperverletzung und Beleidigung angezeigt.

