Die Bombendrohung legte am Mittwochmittag die Pforzheimer City lahm.
Meyer
Die Bombendrohung legte am Mittwochmittag die Pforzheimer City lahm.
Meyer
Pforzheim
Nach Bombendrohung in Pforzheim: Cyber-Spezialisten jagen den oder die Täter

Pforzheim. Die Bombendrohung, die am Mittwoch zu einer Evakuierung der innerstädtischen Pforzheimer Rathäuser und weiter Teile der City geführt hat, wirkt nach. Überregional fahndet die Polizei nach dem Verursacher dieses Großeinsatzes. Auch die Stadtverwaltung arbeitet die Bedrohungslage auf.

Die digitale Botschaft, die am Vormittag über die städtische Poststelle OB Peter Boch erreichte, der mit der Polizei umgehend die Räumung einleitete, hatte den Absender „Der Widerstand“. Darin wurde gedroht, dass ein mit 1,75 Kilo TNT-Sprengstoff bepackter Rucksack im Foyer des Neuen Rathauses abgestellt worden sei. Wie Polizeisprecher Frank Otruba auf PZ-Nachfrage berichtet, sind im Internet etliche Gruppierungen aktiv, die sich als „Widerstand“ bezeichnen. Dieser wende sich gegen die unterschiedlichsten Adressaten und gesellschaftlichen oder politischen Entwicklungen – „querbeet von links bis rechts“. Deshalb sei weiter unklar, ob es eine rechtsextremistische Motivlage gebe. Auch zielführende Reaktionen oder Hinweise aus der Bevölkerung blieben bislang aus.

Pforzheim im Ausnahmezustand. Nachdem gegen 11 Uhr per e-Mail im Rathaus eine Bombendrohung eingegangen war, veranlasste OB Boch sofort die Evakuierung der drei Rathäuser. Zudem wurde in einem Radius von 300 Metern um das Neue Rathaus die Innenstadt geräumt.

[Liveticker zum Nachlesen: Bombenalarm im Rathaus - Entwarnung nach dreieinhalb Stunden]

Laut Otruba haben Cyber-Kriminalisten bereits digitale Spuren gesichert und versuchen nun, Erkenntnisse, etwa mit Blick auf die IP-Adresse, zu erlangen. Dies laufe übers Karlsruher Präsidium, das aber in engem Austausch mit weiteren am Mittwoch betroffenen Städten stehe. Wortlaut und Absender seien identisch mit den in Erfurt und Zwickau eingegangenen E-Mails. Ob dies auch für Düsseldorf oder gar auch für Freiburg gilt, wo am Donnerstag eine Drohung einging, wird noch geprüft. Nirgends seien vorsätzlich deponierte Rucksäcke gefunden worden – jener, der in Pforzheim kurz für Aufregung sorgte, hatte sich als Utensil eines Fensterputzers entpuppt. Mehren sich gemeinsame Ermittlungsansätze, sei gut möglich, dass eine Koordinierungsstelle geschaffen werde oder das Bundeskriminalamt ganz übernehme. Übers BKA laufe bereits die bundesweite Abfrage an Dienststellen – sicher auch mit Blick auf eine Bedrohungswelle, die sich Ende März gegen etliche kommunale Gebäude in der Republik richtete.

Mehr lesen Sie am Freitag, 28 Juni 2019, in der „Pforzheimer Zeitung“ Ausgabe Mühlacker oder im E-Paper auf PZ-news oder über die Apps auf iPhone/iPad und Android-Smartphones/Tablet-PCs.

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