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Trotz Reanimation starb ein bei Hochwasser auf der Enz verunglückter Kajakfahrer in den Mittagstunden noch am Unfallort. Der Mann wurde westlich des Emilienstegs in Pforzheim geborgen. © Koch
08.01.2011

Obduktion soll Tod des Kajakfahrers auf der Enz klären

PFORZHEIM. Der Tod des Kajakfahrers, der am Samstag kurz vor 12 Uhr in Pforzheim von der Polizei aus der Enz geborgen wurde, gibt noch immer Rätsel auf. Obwohl Ersthelfer und Retter schnell Wiederbelebungsmaßnahmen einleiteten, verstarb der 50-jährige Mann aus Niefern-Öschelbronn noch am Unfallort. Pforzheims Oberstaatsanwalt Christoph Reichert geht davon aus, dass der 50-Jährige ertrunken ist und keinerlei Fremdverschulden vorhanden ist. Doch eine Klärung wird erst eine Obduktion erbringen, die Reichert vermutlich am Montag beantragen wird.

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Warum der Mann trotz der hohen Wasserstandes der Enz in sein Kajak gestiegen ist, ist derzeit noch unklar. Unbekannt ist auch, wie es zu dem Unfall kam, ob der Kajakfahrer beim Kentern ins Wasser gespült wurde oder beim Versuch, sein Kajak zu bergen, in der starken Enz-Strömung ertrank. Der Mann hatte einen Helm und Neoprenanzug getragen. Das Kajak wurde von der Feuerwehr auf der Flussseite beim Turnplatz geborgen.  

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„Eigentlich wissen die Kajakfahrer doch, welche Gefahren es bei Hochwasser gibt“, sagte ein Polizeibeamter gegenüber der „Pforzheimer Zeitung“. Wie die Feuerwehr gegenüber PZ-news mitteilte, komme es immer wieder vor, dass Kajakfahrer Hochwasser nutzen würden, um auf Flussstrecken fahren zu können, die sonst bei normalem Wasserstand ungeeignet wären.

Um 11.43 Uhr wurde die Polizei am Samstag von einem Zeugen alarmiert, der einen in der Enz schwimmenden Mann gesehen hat. Um 11.46 wurde der Feuerwehr ein bei der Benckiserbrücke in der Enz treibender Mann gemeldet.

Der Zeuge, der die Polizei benachrichtigt hat, teilte mit, dass das 50-jährige Unfallopfer mit Helm und Neoprenanzug vergeblich versucht haben soll, zu seinem in den Enz festgefahrenen Kajak zurückzuschwimmen. Ein Zeuge hat gegenüber PZ-news erklärt, dass er gegen 11.10 Uhr auf der Benckiserbrücke beim Messplatz einen Mann mit weißem Helm und Neoprenanzug gesehen hat, der von der Brücke aus ins Wasser geschaut habe. Als er dann gegen 12 Uhr in sein Tattoostudio an der Steubenstraße ging, habe er die Wiederbelebungsmaßnahmen am Enzufer gesehen und sich an den Mann auf der Benckiserbrücke erinnert.

Im Laufe des Montags soll sich die Hochwassersituation in Pforzheim und dem Enzkreis wieder entspannen. Das prognostizierte am Sonntag Rüdiger Friese von der Hochwasser-Vorhersage-Zentrale Baden-Württemberg (HVZ). Die Pegel sollen demnach langsam wieder sinken. Am Wochenende hatten sich der Enz-Pegel vor allem in den Abendstunden dem Hochwassermeldewert genähert.

„Wir haben an den Werten gekratzt, sie aber nicht erreicht. Wenige Zentimeter haben noch gefehlt“, sagte Friese am Sonntag. Der Hochwassermeldewert liegt im Enzauenpark bei 1,70 Meter. Überschreitet die Enz dort diesen Wasserstand, werden die zuständigen Behörden und Dienststellen informiert. „Dies bedeutet jedoch nicht gleich, dass dann auch Schäden entstehen“, erklärte Friese.

Dies bestätigte auch die Feuerwehr. Sie meldete am Wochenende keine Einsätze in Pforzheim und dem Enzkreis, die auf das Hochwasser zurückzuführen waren.

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