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Überall in Deutschland gründen sich Chapter der „Osmanen“ wie in Frankfurt (Bild). Jetzt soll es die rockerähnliche und wohl den nationalistischen „Grauen Wölfen“ nahestehende Gruppierung auch in Pforzheim geben. Foto: Roessler
Überall in Deutschland gründen sich Chapter der „Osmanen“ wie in Frankfurt (Bild). Jetzt soll es die rockerähnliche und wohl den nationalistischen „Grauen Wölfen“ nahestehende Gruppierung auch in Pforzheim geben. Foto: Roessler
04.07.2016

„Osmanen“ nisten sich in Pforzheim ein - Verbindung zu Rechtsextremisten?

Pforzheim. Manche Dinge verschwinden nie ganz. Das gilt, auch was Pforzheim betrifft, sowohl für „Black Jackets“ als auch für die „United Tribuns“ – rockerähnliche Gruppierungen, die zum Teil ihr Geld im Rotlicht-Milieu machten. Sie schienen in der Goldstadt Geschichte zu sein. „Die haben sich nicht in Luft aufgelöst – nur aus der Vergangenheit gelernt“, sagt einer, der sich beruflich mit dem Milieu befasst und keinesfalls genannt werden will. Insbesondere dann nicht, wenn es um die jüngste Ausweitung der Szene geht – um die „Osmanen“, eine mutmaßlich aus Istanbul gesteuerte türkisch-nationale Kuttenträger-Vereinigung, die am vergangenen Sonntag in einer Pforzheimer Disko auf der Wilferdinger Höhe ein lokales Chapter – gewissermaßen einen Ortsverein – im Rahmen eines „World Meetings“ gründete.

Die Polizei, die mit starken Kräften – rund 160 Beamte, darunter die Pforzheimer Außenstelle der Fahndung sowie Angehörige der Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit (BFE) des überregionalen Polizeipräsidiums Einsatz – vor Ort war und die Personalien der „Osmanen“ aus ganz Deutschland aufnahm, spricht von etwas über 200 Teilnehmern. Bisher, so Erkenntnisse des Landeskriminalamts (LKA), gab es sechs Chapter in Baden-Württemberg: in Mannheim, Heidelberg, Stuttgart, Heilbronn, Konstanz und Ravensburg. Die Gründung eines Pforzheimer Ablegers war für Anfang dieses Jahres anvisiert.

Geschuldet war das Großaufgebot der Ordnungsmacht auch der Tatsache, dass man ein mögliches Aufeinandertreffen der „Osmanen“ mit Mitgliedern der kurdisch dominierten, ebenfalls rockerähnlichen Vereinigung „Bahoz“ unbedingt verhindern wollte. Als Spekulation gilt die Mutmaßung, die „Osmanen“ seien aus Unterstützer-Gruppen der „Hells Angels“ hervorgegangen – was dann den Schluss zulassen könnte, dass die nach einer Massenschlägerei mit den „United Tribuns“ und nach mehreren Razzien 2011 in Pforzheim verbotenen Rocker durch die Hintertür ihr Reich wieder aufbauen könnten. Eher schon darf man bei den „Osmanen“ mit einer möglichen Nähe zu den rechtsextremistischen türkischen „Grauen Wölfen“ rechnen.

Mehr lesen Sie am Dienstag in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news.

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