Pforzheim. Sage noch einer, die Pforzheimer seien etwas bildungsfern. Das Gegenteil ist der Fall: Sie haben eine gewisse Neigung zu Lehrkräften. Vor allem, insoweit man ihnen die Wahl lässt. Also den Pforzheimern. Den Lehrkräften natürlich auch – schließlich wird ja hierzulande keiner zu seinem Glück gezwungen. Wer also den Beruf des Politikers wählt und etwa für den Landtag kandidiert, wird schon wissen, was er tut. Der mündigen Wählerschaft darf man das auch zubilligen – und feststellen: Es gibt in der Riege der gewählten Pforzheimer Landtagsabgeordneten seit Urzeiten eine starke Vormachtstellung des Lehrerberufs.
Eine Kolumne von PZ-Redakteur Marek Klimanski
Der Wahlkreissieger jetzt, Andreas Renner von der CDU – Lehrer. Seine über die SPD-Landesliste gewählte Kollegin Annkathrin Wulff – Lehrerin. Der langjährige, nun mitsamt seiner FDP ausgeschiedene Hans-Ulrich Rülke – von Haus aus Lehrer. Auch der mit 24 Dienstjahren (1972 bis 1996) längstjährige Abgeordnete im Stuttgarter Landtag, Hugo Leicht (CDU) – war Lehrer. Selbst dessen parteiinterner Konkurrent bei der ersten Nominierung, Alois Amann, war – Lehrer.


Mangelnde CDU-Unterstützung im Wahlkampf: Andreas Renner ist "nicht nachtragend"
Einzig Leichts Nachfolger Stefan Mappus wurde gelegentlich vor allem von parteiinternen Andersdenkenden attestiert, er könne, hüstel, etwas unbelehrbar sein. Schnee von gestern – nun entsendet Pforzheim ja gleich zwei Pädagogen ins Parlament, dazu den Immobilienkaufmann Alexsei Zimmer von der AfD. Vermutlich sind sie einander politisch zu fern, um sich ein Büro zu teilen, aber schade in einer Hinsicht – wir hätten schon einen Türschild-Vorschlag gehabt: Lehrer-Zimmer.



