Im Foyer des Siloah St. Trudpert Klinikums gibt es nun ein neues Notfallzentrum.
Röhr
Pforzheim
Patientenströme besser steuern: Neues Notfallzentrum im Foyer des Siloah St. Trudpert Klinikums
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Pforzheim. Für Notfälle und Patienten, die eine rasche medizinische Versorgung benötigen, änderte sich seit dem 2. April im Siloah St. Trudpert Klinikum der Ablauf der Anmeldung zu den Zeiten, in denen die KV-Praxis (Ärztlicher Bereitschaftsdienst) geöffnet hat.

Neu im Foyer ist das Notfallzentrum: Es ist die erste Anlaufstelle für alle mobilen Notfallpatienten, die sich hier zuerst anmelden müssen. Nach Aufruf erfolgt eine Ersteinschätzung durch speziell geschultes Pflegepersonal in einer der beiden Kabinen. Digital werden mit Hilfe eines Fragebogens Beschwerden und Symptome festgestellt und entschieden, wer die weitere Behandlung übernimmt: Ist es aufgrund des Erkrankungsbildes, etwa ein drohender Herzinfarkt, ein dringlicher Fall für die Zentrale Notaufnahme oder übernehmen die Kollegen der KV-Praxis, weil es sich um Symptome handelt, die hausärztlich versorgt werden können. Vor dem Hintergrund, dass weiterhin viele Patienten die Notaufnahme mit Beschwerden aufsuchen würden, die von einem Haus- beziehungsweise Facharzt behandelt werden könnten, schaffe man jetzt mit dem Notfallzentrum eine Stelle, an der man Patienten die Frage abnehme, wohin sie mit ihren Beschwerden gehen müssten.

„Wir werden so den Patientenstrom zu den Zeiten, in denen die KV-Praxis geöffnet hat, besser steuern können und die Patienten schnell an die richtige Behandlungsstelle zuweisen“, erläutert Dr. Cornelius Ehmann, Chefarzt der Klinik für Akut- und Notfallmedizin, das Konzept.

Nach erfolgter Ersteinschätzung, die wenige Minuten in Anspruch nimmt, werden die Patienten entsprechend der Ersteinschätzung entweder in der KV-Notfallpraxis im Untergeschoss oder wenige Meter weiter in der Notaufnahme aufgenommen und behandelt.

Für Patienten bedeutet der neue Ablauf, dass sie nicht mehr direkt in die Notaufnahme oder die KV-Notfallpraxis ohne vorherige Ersteinschätzung kommen können. Erste Anlaufstelle für alle Notfälle ist obligatorisch das Notfallzentrum im Foyer des Klinikums. Ist die KV-Praxis unbesetzt, ist auch das Notfallzentrum geschlossen. „Zu diesen Zeiten melden sich Notfälle direkt in der Zentralen Notaufnahme an“, so Ehmann.

Das neu implementierte Notfallzentrum ist auch als Antwort auf verkürzte Zeiten von Poolärzten in den KV-Notfallpraxen oder ihrer kürzlichen Schließung wie im Beispiel der KV-Notfallpraxis in Neuenbürg zu verstehen: Durch die gezielte Steuerung und schnelle Zuweisung an das jeweilige Behandlerteam könne man der stetig steigenden Anzahl von Patienten gerecht werden, die Behandlung optimieren und sogar Wartezeiten verkürzen, ist sich der Chefarzt sicher. Jeder Patient werde somit je nach Schwere des Notfalls und der erforderlichen Ressourcen an den unterschiedlichen Anlaufstellen versorgt. Ziel des neuen Ablaufs und strukturierten Prozesses ist es, die Zentrale Notaufnahme so weit entlasten zu können, so dass sich das Team komplett auf die Versorgung dringlicher und schwerer Notfälle konzentrieren kann.

Öffnungszeiten des Notfallzentrums und der KV-Notfallpraxis: montags, dienstags, donnerstags jeweils von 19 bis 22 Uhr; mittwochs, freitags jeweils von 16 bis 22 Uhr; samstags, sonntags, feiertags von jeweils 8 bis 22 Uhr. Die Zentrale Notaufnahme des Siloah St. Trudpert Klinikums ist täglich 24 Stunden geöffnet.