Rund um das Berghaus lädt unberührte Natur zum Skifahren und Schneeschuhwandern ein. Foto: Constantin
Pforzheim
Pforzheimer Berghaus in den Stubaier Alpen erwartet wieder Gäste
  • Rolf Constantin

Pforzheim. Im Pforzheimer Berghaus in den Stubaier Alpen hat die Wintersaison begonnen. Doch der Start war nicht einfach, da die Wasserleitung zum Berghaus zugefroren war. So musste sich der zweite Vorsitzende des Deutschen Alpenvereins Sektion Pforzheim, Bruno Kohl, mit den beiden Helfern Frank Haase und Rainer Baierl um die Wasserzuführung kümmern. Eine 150 Meter lange Ersatzleitung musste im Schnee vergraben und eingebaut werden, um das Haus mit Wasser zu versorgen. Die zunächst geringe Schneehöhe und starke Stürme hatten den Schnee über der Wasserleitung weggeblasen und das Einfrieren ermöglicht.

Danach wehte durch weitere heftige Windstöße ein Eisbrocken an ein Fenster des Damenwaschraums und durchschlug eine Scheibe, die die Helfer dann notdürftig mit Plexiglas abdichteten. Aber die Schäden sind inzwischen behoben, und so steht der Wintersaison nichts im Wege, zumal inzwischen auch über ein Meter Schnee zum Skifahren in unberührter Natur und Schneeschuhwandern einlädt.

Da der Hüttenpächter Florian Mader durch die Pandemie bedingt bei „Heli Tirol“ einen Job annahm und daher nur am Wochenende vor Ort sein kann, hilft sein Vater Hansjörg wie im Sommer wieder aus, und Sonja Prepstl ist eifrig in der Küche aktiv. Das junge Pächterpaar gibt nach fünf Jahren Hüttenbewirtschaftung das Pachtverhältnis wegen persönlicher Veränderungen auf, was die Sektion Pforzheim sehr bedauert. Mit Nora Rosche war aber für die Sommersaison eine Nachfolgerin zu finden. Sie war bisher auf der Bonner-Matreier Hütte, die nur im Sommer bewirtschaftet ist, aktiv und konnte so entsprechende Erfahrung in der Hüttenbewirtschaftung sammeln.

Von Lawinenschaden bisher verschont

Die Verabschiedung des bisherigen Pächterpaares ist zum Ende der Wintersaison im April geplant. Doch bis zu diesem Zeitpunkt freuen sich Sonja und Hansjörg, wenn sie möglichst viele Skibegeisterte aus Pforzheim und der Region, nach entsprechender Anmeldung, auf der Pforzheimer Hütte begrüßen und bekochen können. Nachdem 1919 mit dem Frieden von St. Germain das erste Berghaus, das 1901 auf dem Schlinig in der Nähe des Rechenpasses eingeweiht wurde, in den Besitz des Club Alpino Italiano der Sektion Milano kam, baute die Sektion auf einem alten Moränenrücken auf 2308 Metern Höhe in den Jahren 1925 und 1926 das zweite Pforzheimer Berghaus. Es ist so geschickt erstellt, dass bisher keine Lawine Schaden anrichten konnte. Das Berghaus mit seinen 28 Zimmer- und 40 Matratzenlagern ist von St. Sigmund aus erreichbar. Zu den Hygienevorschriften gehört es in der Pandemie, dass jeder Besucher einen eigenen Schlafsack mitbringen muss. Die Sektion plant, das Haus weiter zukunftsorientiert umzubauen und vor allem Personalzimmer einzubauen.

Anmeldungen über www.pforzheimerhuette.at oder pforzheimer-huette@a1.net sowie telefonisch unter (0043) 5236521.