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Pforzheim
Pforzheimer Raubopfer offenbart Polizei eine andere Tatversion - Bekannter in U-Haft
  • pol/tok

Pforzheim. Es klang nach einem geplanten Raub. Zwei Männer mit südländischem Aussehen sollen am 14. August einen 29-Jährigen an der Oranierstraße überfallen haben, nachdem der Deutsche seinen Monatslohn am Geldautomaten im Kaufland beim Enzauenpark abgehoben hatte. Jetzt weiß die Polizei: Der Raub fand nie statt, dafür soll ein 31-Jähriger Bekannter den Mann genötigt haben, das sauer verdiente Geld auszuhändigen.

Und bei dem Tatverdächtigen handelt es sich nicht um einen „Südländer“, sondern um einen deutschen Staatsangehörigen. Der soll sich am 14. August gemeinsam mit dem Opfer der Nötigung in dessen Wohnung aufgehalten haben. Der 31-Jährige steht im dringenden Verdacht, dort seinen Gastgeber bedroht und geschlagen zu haben. Dabei forderte er Geld von ihm. Auf die Forderung hin soll der 29-Jährige aus Angst vor dem Tatverdächtigen gemeinsam mit diesem zum Bankautomat gegangen sein, um dort einen unteren dreistelligen Geldbetrag abzuheben, den der Bedrohte  anschließend dem Tatverdächtigen ausgehändigt habe.

Der 29-Jährige offenbarte diese neue Version seines Geldverlustes nachträglich beim Kriminalkommissariat Pforzheim. Gegen den 31-jährigen Tatverdächtigen  wurde auf Antrag der Staatsanwaltschaft Karlsruhe/Zweigstelle Pforzheim Haftbefehl erlassen. Er wurde am Donnerstagvormittag festgenommen und noch am selben Nachmittag dem zuständigen Haftrichter des Amtsgerichts Pforzheim vorgeführt. Nun sitzt der tatverdächtige räuberische Erpresser in Untersuchungshaft.

Und was kommt auf den 29-Jährigen zu? Wahrscheinlich wird er wegen seiner ersten und falschen Schilderung eines Raubs nicht belangt werden, denn zum einen hat er ja niemand konkret falsch verdächtigt, zum anderen keine Straftat vorgetäuscht, denn es soll ja jene räuberische Erpressung gegeben haben. pol/tok