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© Symbolbild: dpa
27.10.2017

Profi-Bande aufgeflogen? Umfangreiche Ermittlungen nach Razzia in Pforzheim

Pforzheim/Stuttgart. Die Durchsuchung von elf Wohnungen am frühen Donnerstagmorgen in Pforzheim und die Festnahme von sechs Deutschen, einem Brasilianer und einem aus der Dominikanischen Republik stammenden Mann ging relativ schnell. Ungleich länger wird es dauern, bis alle beschlagnahmten Dokumente gesichtet und als Beweismittel gewertet worden sind.

Die acht in U-Haft sitzenden Männer aus Pforzheim sollen im August bei einem Einbruch in Stuttgart Gold und Münzen im Wert von mehreren Hunderttausend Euro erbeutet haben.

Noch will die Polizei nicht mit Einzelheiten herausrücken. Kein Wunder, denn erst einmal laufen die Vernehmungen der Tatverdächtigen. Mögliches Täterwissen soll daher nicht an die Öffentlichkeit geraten. Auch gibt es keine Informationen zur Polizeiarbeit im Vorfeld. So bleibt unbekannt, wie die Ermittler auf die Pforzheimer Gruppe aufmerksam wurden.

Halbwegs sicher scheint zu sein, dass die Männer nicht nur die eine Tat in Stuttgart begangen haben. Aber jetzt müssen erst alle bei den Durchsuchungen gesammelten Fundstücke identifiziert und zugeordnet werden. „Wir müssen klären, wo gehört was dazu“, erklärte ein Stuttgarter Polizeisprecher auf Anfrage von PZ-news.

Sollte sich der Verdacht erhärten, dass die acht Männer im Alter zwischen 20 und 30 Jahren für mehrere Einbrüche verantwortlich sein könnten, müssen die Ermittler herausfinden, ob die Tatverdächtigen einzeln, in kleinen Gruppen oder als große, gut organisierte Bande die Einbrüche begangen haben. Der scheinbar vor der Aufklärung stehende Einbruch in einem Gebäude an der Ganghoferstraße in Stuttgart könnte auf ein organisiertes Vorgehen hindeuten.

Zwischen dem 5. und 12. August waren Unbekannte offenbar über ein aufgehebeltes Fenster in das Gebäude eingedrungen. Die Täter durchsuchten sämtliche Räume des Hauses, flexten im Keller mehrere Tresore auf und flüchteten mit der Beute. Das Wissen um einen längeren Zeitraum, in dem niemand den Einbruch bemerkt, und das aufwändige Aufflexen mehrerer Tresore lassen an ein geplantes, zielgerichtetes Vorgehen denken.

Bei der Stuttgarter Polizei will man nicht von einer Bande oder Verbindungen zu kriminellen Strukturen ins Ausland reden. Das müsse alles erst noch ermittelt werden. Das allerdings könnte länger dauern, wenn es da Verflechtungen der acht Männer mit möglichen weiteren Mittätern oder Hintermännern gibt. Aber wohl nicht umsonst hat die Staatsanwaltschaft Stuttgart, Abteilung Organisierte Kriminalität, die Haftbefehle beantragt.

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