Pforzheim/Straubenhardt. Schon auf den ersten Blick haben die beiden Projekte viel gemeinsam: Beide befassen sich mit atmosphärischen Zuständen, beide fokussieren sich auf die Vorgänge am Himmel; mit dem Ziel, die entsprechenden Daten zu sammeln, zu analysieren und für die Zukunft nutzbar zu machen.
Sowohl am Pforzheimer Schiller-Gymnasium als auch an der Wilhelm-Ganzhorn-Schule in Straubenhardt stecken die Schüler voller voller wissenschaftlicher Neugierde und Entdeckergeist. In den kommenden Monaten wollen sie viel Zeit und Arbeit in ihre Forschungsprojekte investieren, um mehr über Wetter und Klima zu erfahren. Wertvolle Unterstützung erhalten sie dabei vom Lions Club Pforzheim – Bertha Benz, der über ein neu aufgelegtes Programm eine Förderung von insgesamt rund 600 Euro gewährt. „Es ist schön, dass wir direkt in der ersten Runde zwei derart ambitionierte Projekte gefunden haben“, sagt Jens Rüdiger. Der Vizepräsident ist selbst Hochschulprofessor und weiß daher, wie wichtig derartige Aktionen sind, um junge Menschen auf das Studium vorzubereiten. Beeindruckend findet er an beiden Schulen nicht nur die Ideen, sondern auch das Engagement, mit der sie die beteiligten Pädagogen verfolgen. An der Straubenhardter Wilhelm-Ganzhorn-Schule dreht sich alles um eine Messstation, die zeigen soll, wie sich das Wetter über einen längeren Zeitraum verändert. Ziel ist es, über mehrere Jahre Daten zu sammeln und auszuwerten, unter Umständen sogar mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz. Die Temperatur, der Luftdruck, die Windgeschwindigkeit, die Licht- und Regenstärke sind nur einige der Parameter, die man mit Sensoren in den Fokus nehmen will.


Rückenwind für Talente: Schüler entwickeln Ideen, Lions Club sorgt für das nötige Budget
Möglich machen soll das eine Wetterstation, die sowohl über einen Mikrocontroller zum Auslesen der Daten als auch über ein Solarmodul zur Stromversorgung verfügt. Beim Lions Club Pforzheim – Bertha Benz freut man sich schon jetzt auf die Ergebnisse. Gespannt blickt man dort auch auf das Schiller-Gymnasium, an dem sich alles um die Mathematik des Klimawandels dreht, konkret um Modelle und statistische Verfahren zur Beschreibung von Klimaveränderungen, zum Erkennen von Trends und zum Prognostizieren künftiger Entwicklungen. Mit dem Forschungsprojekt will Lehrerin Carmen Bien die Schüler auf das Leben nach dem Abitur vorbereiten, den praktischen Nutzen der höheren Mathematik anschaulich machen und Begeisterung für Fächer aus dem Bereich Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik (MINT) wecken. Die vorgesehenen Inhalte gehen weit über den Bildungsplan hinaus, zum Teil sogar in den universitären Bereich. Geplant ist daher auch eine Kooperation mit der Pforzheimer Hochschule, unter anderem in Form eines thematisch passenden Vortrags. Weiterer Kooperationspartner ist die Smart City, die Daten von rund 50 über das Stadtgebiet verteilten Klimamessstationen zur Verfügung stellt. Insgesamt beteiligen sich 19 Schüler von der neunten bis zur elften Klasse, jahrgangsübergreifend und altersmäßig gemischt. Bien weiß: „Der Klimawandel ist ein Thema, das die junge Generation sehr bewegt.“ Die Lehrerin ist dem Lions Club Pforzheim – Bertha Benz dankbar für die Förderung, die neben dem Beschaffen von physischen Bauteilen und dem Erwerb von Computerprogrammen auch eine Exkursion in die Klimaarena nach Sinsheim ermöglicht.


Pforzheim als Universitätsstadt? Mögliche Flächen und was das für die Stadt bedeuten würde
Das Schiller-Gymnasium und die Wilhelm-Ganz-Schule sind die ersten Schulen, die von der neuen Forschungsförderung des Lions Clubs Pforzheim – Bertha Benz profitieren. Initiiert von Past Distrikt Governor Gerhard Böhmler, soll sie jungen Leuten wertvolle Impulse für die persönliche und schulische Entwicklung bieten.

