Russland statt Regenbogen Fahnenklau
Bis vor kurzem ging es vor dem Hauptbahnhof bunt zu - dann hissten Unbekannte an der Stange eine andere Flagge. 

Russland statt Regenbogen: Unbekannte klauen Symbol der Schwulen- und Lesben-Bewegung am Pforzheimer Bahnhof - und hängen andere Fahne auf

Pforzheim. Schlechter Scherz oder Ausdruck gelebter Homophobie? Die Regenbogenflagge, Symbol der queeren Bewegung von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgender, die vor dem Pforzheimer Hauptbahnhof wehte, ist geklaut worden. Stattdessen hissten der oder die unbekannten Täter eine andere Fahne – und zwar die Standarte des russischen Präsidenten. Homosexualität ist in Russland ein Tabuthema, gleichgeschlechtliche Partnerschaften werden nicht anerkannt. Eine Sprecherin der Deutschen Bahn bestätigte den Vorfall.

Seit wann die rot-blau-weiße Flagge mit dem Zarenadler dort hing, sei dem Unternehmen nicht bekannt. Mitarbeiter vor Ort hätten es selbst gemerkt und sie sofort entfernt.

Pforzheim

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Man gehe der Sache nach. So etwas sei bisher noch nicht vorgekommen, so die Bahnsprecherin. Weder beim Polizeipräsidium Pforzheim noch bei der Bundespolizei in Karlsruhe wusste man am Donnerstag etwas von einer Anzeige.

Vorfall am Welt-Aids-Tag

Claudia Jancura, Geschäftsführerin der Pforzheimer Aidshilfe, erinnert die Tat an eine Sache aus dem vergangenen Jahr. Nach einem Gottesdienst anlässlich des Welt-Aids-Tags am 1. Dezember in der Buckenberg-Kirche sei die Tür des Gotteshauses mit Eiern beworfen. In dem Stadtteil leben viele Spätaussiedler aus Russland.

Hinweise auf die Täter habe es damals keine gegeben, erinnert sich Pfarrerin Marina von Ameln. Zur Anzeige gebracht habe man den Vorfall nicht, der kein Einzelfall sei. Erst im Frühjahr hätten Unbekannte „Heil Hitler“ auf die Kirchenmauer geschmiert. Das mit der Fahne überrasche sie leider nicht, so die Pfarrerin.