Verbindet Kochkunst und Handwerk: Claudio Urru.
Riva Eventgastronomie
Pforzheim
Sternekoch Claudio Urru rockt Pforzheims „Riva“: Bei ihm ist der Gast der Star

Pforzheim. Es ist eine appetitanregende Freude, mit Claudio Urru (54) über kulinarische Kreationen zu plaudern. Weil dies der seltene Fall eines Sternekochs ohne Allüren ist. Dabei hätte seine Vita allen Grund dazu gegeben, solche Capricen zu entwickeln. Seit mehr als 30 Jahren arbeitet Urru in der Sterne-Gastronomie, könnte mit 27 solch eigener Auszeichnungen ganze Wände dekorieren. Doch mehr denn je sieht sich der gebürtige Esslinger zuallererst als Handwerker und nahbarer Wunscherfüller. Genau dies begeistert vom Start weg die Gäste an seiner neuen Wirkungsstätte, dem „Riva“ an der Poststraße mitten in Pforzheims City.

Kaum hat Urru dort losgelegt, werden zeitweise die Plätze knapp, empfiehlt sich eine Reservierung. Weil Können und Leidenschaft des Gastgebers dessen Publikum begeistert.

Das „Top Air“ und das „Restaurant 5“ in Stuttgart sind nur zwei Glanzlichter mehrerer namhafter Stationen. Ab 2018 machte Urru die „Alte Baiz“ im „Grünen Wald“ in Hamberg zur Michelin-Konstanten. „Ein klassischer, wunderschöner Landgasthof“, attestiert Urru dem dortigen Besitzer Sven Bogner, dem er in Dankbarkeit verbunden bleibt: „Ich habe großen Respekt davor, was Sven in Hamberg macht.“

Seine Stützen in der Küche: Paolo und Azubi Fabian.
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Bodenständig und raffiniert

Vom Land ins Herz der Großstadt ist es natürlich ein Sprung. Und eben diese Herausforderung kickt den Maître. Er schwärmt von „Pforzheims schönstem Restaurant“: überschaubar und persönlich, mit angegliederter Cocktailbar und Raucherlounge, mit Terrassen vor und hinterm Haus – und mit einem Team, das er schon jetzt „wie eine kleine Familie“ empfindet: „Sie lassen sich formen, ich lerne von ihnen. Nach so kurzer Zeit machen wir das schon sehr, sehr gut.“

Versiert an der Bar: Gabriele und Anna.

Mancher Klassiker ist geblieben in dem Lokal, dem der umtriebige Ispringer Unternehmer Thomas Rudel („Rutronik“) zu neuer Blüte verhalf und in dem die regionale Legende Jean-Jacques Frisch, bekannt von der „Grenzsägmühle“, weiter Geschäftsführer ist. Doch: „Wir kochen das nach meinem Gusto“, sagt Urru.

Dufte: Auberginen-Raviolo, Seitling, Babyspinat.
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Und dann geht das verbale Schwelgen los. Über eine richtig schöne Rindsroulade („Wer macht das heute noch?“). Über Vitello tonnato. Über Kalbsleber mit gerösteter Knollensellerie-Creme. Über Sauerbraten aus dem Bugblatt. Über selbstgemachte Maultaschen mit Rinderconsommé. Aber auch über Gänseleber als Parfait mit Passionsfrucht, Kakao und Brioche. Über Risotto mit Herbsttrüffeln. Oder natürlich über Jakobsmuscheln.

Besondere Glanzlichter

Die Range beschreibt Urru als „vom Cordon Bleu bis zum mehrgängigen Menü“. Und die Maxime: „Das, was wir machen, machen wir gut.“ Kundennah sei er, kommunikativ, wolle auf keinen Fall irgendeine Hemmschwelle aufbauen. Er höre zu, reagiere auf Wünsche, denke saisonal. Im Herbst kommt da etwa die halbe Bauernente mit Knödel und Rotkraut auf die Karte, bald auch auf Reservierung die Gans, am Tisch tranchiert.

Supersaftig: Tomahawk, am Tisch tranchiert.
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Der zweifache Familienvater bringt seine Botschaft so auf den Punkt: „Komm’, hab’ Spaß, esse und trinke was Gutes und genieße die Auszeit vom Alltag.“

Einen Stern strebt er im „Riva“ zumindest aktiv nicht an. Wenn die Michelin-Tester hier je mal reinschmecken: Wer weiß? Urro jedenfalls freut sich über eine „bunt gemischte Klientel“. Viele Gäste kenne er persönlich, die allermeisten kämen immer und immer wieder: „Es wird so toll angenommen, ich bin superhappy.“

Mit After-Works, einem festlichen Menü an den Weihnachtsfeiertagen oder einem Gala-Menü zu Silvester will Urru zusätzliche Anreize setzen zu den allzeit reizvollen Genießerabenden.

Das „Riva“ an Pforzheims Poststraße ist dienstags bis samstags ab 18 Uhr geöffnet.

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