Pforzheim. Irgendwie ist das alles in diesem verregneten Herbst im Zeichen der Coronakrise weit weg. Doch auch diese Frage wird wieder virulent werden: Wie wird man des an warmen Tagen oft ausufernden Getümmels auf den Grillwiesen in Pforzheim mitsamt der unschönen Begleiterscheinungen wie Vermüllung und Lärmbelästigung Herr? Die AfD-Fraktion im Gemeinderat hat eine Anmelde- und Gebührenpflicht beantragt. Die Stadtverwaltung rät davon ab.
In Pforzheim gibt es drei offizielle Freizeit- und Grillwiesen-Gelände: im Würmtal die „Stegwiesen“ und den „Breiten Wasen“, im Nagoldtal die „Ditzelswiesen“. Ausgestattet sind sie mit Sitzbänken, Tischen und jeweils etlichen Grillstellen. Seit einigen Jahren sind mobile Toiletten aufgestellt. Es gibt fest installierte Müllbehälter, die zeitweise durch mobile Behälter ergänzt werden. Nahe Parkplätze sorgen für kurze Wege. Verhaltensregeln sind am Zugang auf Schildern nachzulesen. Die Plätze sind nicht umzäunt, frei zugänglich und kostenfrei zu nutzen. „An einem schönen Sommertag halten sich erfahrungsgemäß bis zu 1000 Menschen auf den Freizeitwiesen auf“, heißt es in der Sitzungsvorlage, über die der Bau- und Liegenschaftsausschuss am Mittwoch, 4. November, ab 17.30 Uhr im Großen Sitzungssaal des Ratssaalgebäudes berät.


Stärkere Kontrollen bei Grillen im Freien: Was ist erlaubt und was nicht?
Um eine Anmelde- und Gebührenpflicht realisieren zu können, müssten zuerst die Wiesen samt Parkplätzen eingezäunt werden, so die Stadtverwaltung. Eine Bezahlung könnte vor Ort oder über ein elektronisches Buchungssystem, etwa wie im Wildpark oder in den Freibädern, erfolgen. So wäre auch die Gesamtzahl der Besucher zu regulieren.


Müll-Flut in Pforzheim zwingt die Stadt zu drastischen Mitteln
Fraglich sei jedoch, „ob die Nutzer der Wiesen daran denken, eine Grillstelle oder auch nur ein freies Fleckchen Grün zu buchen, um den eigenen Grill aufzustellen“. Für jede Freizeitwiese müsste zudem eine Ein- und Auslasskontrolle installiert werden. Dies würde bedeuten, dass für sieben Tage in der Woche von etwa 10 bis mindestens 22 Uhr Personal vorzuhalten wäre. Besucher, die Eintritt bezahlen, würden sicher auch höhere Anforderungen an Standards wie Pflege, Sauberkeit oder Toiletten stellen.
Die Verwaltung plädiert deshalb dafür, die Nutzung weiter ohne Anmeldung und Gebühr zu gewähren.
Mehr über die Grillwiesen lesen Sie am Freitag, 30. Oktober, in der „Pforzheimer Zeitung“ und im Epaper auf PZ-new.de.

