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06.04.2010

Uhlig vier Tage in den Alpen verschollen - Das Protokoll

Vier lange Tage war Pforzheims Baubürgermeister Alexander Uhlig in den Alpen verschollen. PZ-news schildert, was in dieser Zeit geschah.

Samstag, 3. April
10.30 Uhr: Bürgermeister Alexander Uhlig und drei Bergkameraden gehen mit Schneeschuhen von der Kürsingerhütte (2548 Meter) in Richtung Großvenediger (3662).

Gegen 12.30 Uhr erreichen sie den Gipfel.

Um 14 Uhr Uhr werden sie beim Abstieg von anderen Bergsteigergruppen beobachtet, wie sie im plötzlich aufziehenden Nebel nicht zurück ins Obersulzbachtal absteigen, sondern nach Osten in Richtung Prager Hütte (2782 Meter).

Bildergalerie: Uhlig wohlauf: Eindrücke von der Gletscher-Rettung

Um 19.30 Uhr alarmiert ein Bergkamerad von der Kürsingerhütte aus Bergrettung und Polizei. Mehrere Rettungsmannschaften aus Neukirchen und Matrei machen sich auf den Weg, ein Hubschrauber und drei Polizisten der Alpinpolizei Zell am See. Immer wieder müssen die Rettungskräfte die Suche wegen starken Windes und Lawinengefahr („erheblich“) unterbrechen.

23.30 Uhr: Die Suche wird für Karsamstag eingestellt.

Bildergalerie: Alexander Uhlig - Baubürgermeister in Pforzheim

Sonntag, 4. April
53 Bergretter aus Osttirol und 20 aus Salzburg rücken in kleinen Trupps aus und durchkämmen die Schutzhütten. In keiner findet sich ein Hinweis auf die Vermissten. Ein Hubschrauberflug ist aufgrund der Witterungsverhältnisse unmöglich. Es werden Böen bis zu 100 Stundenkilometer gemessen.

18 Uhr: Die Suche wird für diesen Tag abgebrochen.

Am Abend wird Pforzheims Polizeisprecher Wolfgang Schick vom Lagezentrum der Direktion verständigt. Die Zentrale ihrerseits wurde von den österreichischen Kollegen informiert. Schick seinerseits informiert Oberbürgermeister Gert Hager.

Montag, 5. April
13.30 Uhr: Lagebesprechung bei der Feuerwehr mit OB, Erstem Bürgermeister Roger Heidt, Feuerwehr-Chef Volker Velten und Polizei. Grundtenor: Trotz aller Sorgen sei man optimistisch, weil die Männer als erfahren gelten und gut ausgerüstet sind.

Später Nachmittag: Daniel Grammel, stellvertretender Ausbildungsreferent der Pforzheimer Sektion des Deutschen Alpenvereins, und Uhligs Frau fahren ins 460 Kilometer entfernte Prägraten am Großvenediger.

17 Uhr: Die Suche wird wieder aufgenommen. 18 Rettungskräfte werden von Hubschraubern abgesetzt, finden jedoch nichts; die Suche wird abgebrochen.

Dienstag, 6. April
6.15 Uhr: Ein Hubschrauber des Innenministeriums entdeckt durch den Einsatz von Wärmebildkameras die Gruppe unterhalb der Venediger Scharte. Außerdem schälen sich die Männer aus der Schneehöhle, die sie am Samstag Mittag gegraben hatten und winken mit den Schaufeln. Der Hubschrauber landet, nimmt die Männer an Bord.

Uhligs Frau telefoniert mit dessen Duzfreund, OB Gert Hager. Der ruft Uhlig gegen 10.30 Uhr im Krankenhaus Lienz an. Uhlig sagt, ihm gehe es hervorragend. Auch den Kameraden gehe es gut. Erleichterung in Pforzheim. ol