Pforzheim. Immer wieder fühlen sich Passanten von Jugendlichen in der Innenstadt und nahe der Schlössle-Galerie belästigt. Jetzt gab es dort nach einer Schlägerei vor dem Einkaufszentrum einen großen Einsatz der Polizei. Die Beamten wollen mehr Präsenz zeigen und Platzverweise gegen Pöbler aussprechen.

Polizeieinsatz bei der Schlössle-Galerie
Die Polizei war am Montagabend gegen 18 Uhr mit acht Streifenwagen und zwei Transportern angerückt: Vor der Schlössle-Galerie standen etwa 70 Jungen und Mädchen im Alter von 13 bis 17 Jahren und von verschiedener Nationalität. Die Beamten verhörten Mitglieder zweier Gruppen, die anscheinend aufeinander losgegangen waren. Bereits am Freitag hatten zehn Beamte des Reviers Nord sowie zwei Beamte der Reiterstaffel Mannheim im Rahmen der Einsatzkonzeption „Sicheres Pforzheim“ vor dem Einkaufszentrum und im Seitenbereich Richtung Museumsstraße 22 Personen verschiedener Nationalitäten (Deutschland, Irak, Syrien, Griechenland, Kosovo, Afghanistan und Mazedonien) kontrolliert. Allein das Aufzählen der vielen Nationen scheint etliche Zeitgenossen auf Twitter nervös zu machen.
Die Gruppierungen treffen sich laut Polizei bei der Schlössle-Galerie, um das kostenlose WLAN zu benutzen. Wenn dann bei einigen Alkohol ins Spiel kommt, kann es zu Pöbeleien und Auseinandersetzungen kommen. Einzelhändler wie Karl Elsässer vom gleichnamigen Sportfachgeschäft sehen diese Entwicklung mit Sorge. Er nennt dies eine ungute Entwicklung. Kunden seien allerdings noch nicht belästigt worden. Die Stadt, die das Dach des Einkaufszentrums als Aufenthaltsort haben wollte, solle jetzt auch die Kosten für das Sicherheitspersonal tragen, sagt er. Das Center-Management war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.
Zwei neue Projekte von Stadtjugendring und Diakonie, die sich im Rahmen des Integrationspakts explizit an Männer und deren Selbstverständnis richten und die Bedeutung des Rechtsstaats vermitteln wollen, sollen helfen. Doch fehlt es hier am nötigen Geld.
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