Pforzheim. Pforzheim. Das Angebot der vierwöchigen Vesperkirche ist nicht möglich ohne Spender. 250.000 Euro werden benötigt, 150.000 sind bisher eingegangen. Dennoch ist der Vorsitzende Frank Johannes Lemke zuversichtlich, dass es am Ende reichen wird. Das liegt auch an Großspendern, von denen zum Ende der zweiten Woche einige vorbei geschaut haben.
Freitag, 14 Uhr, Vesperkirche. Im Vorraum der evangelischen Stadtkirche findet die ärztliche Sprechstunde statt, die fester Bestandteil des Angebots ist. An einem Tisch im Inneren, ganz nahe am Altar, sitzen vier Männer beim Kartenspiel zusammen, darunter Peter, seit Jahrzehnten ein Dauergast und so etwas wie das Gesicht der Vesperkirchenbesucher.

Seelsorgerische, therapeutische, sozialrechtliche Betreuung runden wie immer das Angebot ab. Die Vesperkirche, auch die diesjährige, zeige, wie viele Menschen in und um Pforzheim elementar Hilfe benötigen, sagt Frank Johannes Lemke, der Vorstandsvorsitzende des Vereins Ökumenische Vesperkirche Pforzheim – und dieser Bedarf geht weit übers Essen hinaus, bei dem es eine leichte Steigerung auf nunmehr 450 Mahlzeiten täglich und 500 an den Samstagen und Sonntagen gebe. Oft besteht aber auch ganz einfach der Wunsch nach Gesellschaft.

Gleichzeitig ist das Angebot auch dieser, der mittlerweile 27. Pforzheimer Vesperkirche, nicht möglich ohne Helfer – und ohne Spender, seien es Sachspenden wie jene Kuchen der Deutsch-Ungarischen Gesellschaft, kleinere Geldbeträge von Menschen, die selbst nicht viel haben, oder auch größere, bisweilen institutionelle Spender. Sie geben sich in der zweiten Hälfte dieser zweiten Vesperkirchenwoche fast die Klinke in die Hand – am Donnerstag schaut der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse, Sven Eisele, mit einem Scheck über 10.000 Euro vorbei, am Freitag die Volksbank pur und die Stadtwerke Pforzheim (SWP) mit jeweils 5000 Euro. „Der Spendenfluss ist ordentlich“, freut sich Lemke, bislang seien rund 150.000 Euro eingegangen, man benötige allerdings in Summe auch rund 250.000 Euro, um das Angebot während der vier Wochen zu finanzieren. Alleine 50.000 Euro kommen auch von der PZ-Hilfsaktion „Menschen in Not“, traditionell einem der ganz großen Unterstützer der Vesperkirche.


PZ-Volontäre packen einen Tag in der Pforzheimer Vesperkirche mit an
Lemke ist jedenfalls zuversichtlich, auch dieses Jahr wieder das benötigte Geld zusammenzubekommen. Für Aik Wirsbinna, den SWP-Chef, ist es gelebte Tradition und ein wichtiger Beitrag für bedürftige Menschen, dass die SWP eine Spende leisten. Aber auch dass Auszubildende seines Hauses bei der Vesperkirche mitarbeiten, wie dies etwa auch PZ-Azubis getan haben. Denn ohne helfende Hände – wie den früheren Regionalverbandsdirektor Jens Kück – geht es nicht.



