Romanian Roots Transport Beladung
Da wird einem warm: Der Verein „Romanian Roots“ belädt den nächsten Lastwagen mit Hilfsgütern für Rumänien. Michael Mürle, Reinhold Gärtner, Christopher Mürle, Constance Mürle, Corina König, Ute Klink, Petra Eberhardt, Rolf Wenninger, Werner Hanselmann und Andrea Hauber packen mit an (von links).
Röhr
Pforzheim
Von Pforzheim nach Rumänien: Über 1000 Bananenkisten mit Hilfsgut

Pforzheim. Da wird einem automatisch warm: Zehn Menschen bewegen sich bei mäßigen Temperaturen und Regen im Hinteren Tal in Dillweißenstein zwischen Garagen und einem im Hof geparkten Lastwagen hin und her. Nie leer laufend, im Gegenteil: Meistens sind es mit Kleidung, Spielsachen, Hygieneartikeln bepackte Bananenkisten, ab und zu aber auch Gerätschaften wie Kinderwagen, Rolllatoren, Krücken etwa, die geschleppt werden. Alles muss nach Möglichkeit mit und wird dann im rumänischen Brasov (Kronstadt) wieder entladen. Etwa 16 Stunden später. An einem etwa 1600 Kilometer entfernten Ort, vor dem Kinderkrankenhaus.

Wie Constance Mürle der PZ berichtet, sei dort sogar eigens ein Lager für diese Lieferungen gebaut worden. Denn ihr Verein „Romanian Roots“ liefert zuverlässig und nicht als einziger. Einmal im Jahr – und das nun zum elften Mal – trommelt die Vereinsvorsitzende an dieser Ecke Pforzheims ihre Nachbarn, die Familie und Freunde zusammen, damit die bereitgestellten Hilfsgüter so schnell wie möglich auf die Ladefläche gelangen.

„Wir werden immer schneller“,

- sagt sie.

Ob es am Wetter lag? Oder an der Organisation und dem eingespielten Team? Vielleicht eine Mischung aus allem; jedenfalls ist man an diesem Freitag nach drei Stunden fertig.

Constance Mürle, die sich für Rumänien engagiert, da ihr eigener Vater von dort stammte, hat aber nicht nur eine hinter ihr stehende Familie, sondern auch nette Nachbarn, die ihr wenige Tage vor dem großen Belade-Tag die Garagen zur Verfügung stellen. Das läuft nämlich so: „Es gibt einen Anmeldeschluss für Hilfslieferungen. Ich gebe immer genau Anleitungen mit, was gebraucht wird und wie man es verpacken muss. Erst ein paar Tage, bevor der bestellte Lastwagen eintrudelt, dürfen die Spenden angeliefert werden. Die Stammspender wissen das schon und halten sich daran.“ Was gebraucht wird, ermittelt Constance Mürle im Vorfeld.

„Immer benötigt wird Kleidung für Babys, Kinder, Jugendliche. Aber auch Hygieneartikel wie Zahnbürsten, Shampoo und solche Dinge. Große Spenden wie Rollstühle oder Rolllatoren müssen angemeldet werden, weil ich ja den Platz im Lkw planen muss.“ Vom Kinderkrankenhaus im rumänischen Brasov aus werden die Güter verteilt, zunächst ausgepackt und in transparente Boxen nach Art des Gutes verteilt.

„Damit keine Familie etwas bekommt, was sie nicht brauchen kann.“

Seit geraumer Zeit, so erzählt Mürle, beliefere sie auch einen Mann, der ein Behindertenzentrum unterstützt. Dort werden für Menschen mit Einschränkungen wie etwa Epilepsie Helme benötigt, dieses Mal ist auch eine Lieferung mit mindestens 20 Krücken dabei. Mürle ist wieder begeistert über die Hilfsbereitschaft, musste aber auch einigen Spenden-Nachzüglern schweren Herzens absagen. „Es ist noch eine weitere Garage voll, was bedeutet, dass ich wohl noch einen 7,5-Tonner bestellen muss.“ Was viele nicht wüssten: Auch der Transport kostet Geld. Für den am Freitag gestarteten Lastwagen, in den „netto“, 1500 Bananenkisten passen, bezahlt sie 3500 Euro. Ebenfalls finanziert durch Spenden.

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