Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier darf nach zwei Amtszeiten nicht mehr antreten. Im Januar 2027 soll deshalb ein Nachfolger für den Bundespräsidenten gewählt werden – oder eine Nachfolgerin. Ein Name, der in diesem Zusammenhang immer wieder genannt wird, ist der von Ilse Aigner. Die bayerische Landtagspräsidenten erhielt öffentlich zuletzt viel Zuspruch. Sollte sie das nächste Staatsoberhaupt werden? Die Meinungen in der PZ-Redaktion gehen auseinander.
Pro: PZ-Redakteurin Lisa Scharf
„Aigner nicht aufzustellen, wäre eine vertane Chance.“
Deutschland ist in einer überaus komfortablen Situation. Das höchste Amt im Staat wird frei – und die passende Kandidatin steht schon bereit. Parteiübergreifend herrscht Einigkeit, dass Ilse Aigner eine gute Bundespräsidentin wäre. Worüber diskutieren wir da eigentlich noch? Herr Merz und Herr Söder, sorgen Sie dafür, dass diese Frau ins Schloss Bellevue einzieht.
Als Landtagspräsidentin in Bayern hat Aigner in den vergangenen Jahren bewiesen, dass sie keine ist, die spaltet. Sie ist unaufgeregt und dennoch klar. Und sie hat sich Respekt über Partei- und Landesgrenzen hinweg erarbeitet. Kurzum: Sie bringt alles mit, was eine Bundespräsidentin braucht.
Aigner nicht aufzustellen, wäre eine vertane Chance. Umso mehr, wenn man sich die bisher kolportierten Alternativen anschaut: Julia Klöckner, Karin Prien, Boris Rhein – Euphorie löst keiner dieser Namen aus, noch nicht einmal wohlwollende Zustimmung. Kein Wunder, denn wir wissen ja, dass es eine viel bessere Alternative gibt. Und die heißt Ilse Aigner.
Kontra: PZ-Redakteur Andreas Wagner
„Ilse Aigner wird in München mehr gebraucht als in Berlin.“
Dass Ilse Aigner die Voraussetzungen mitbringt, um eine gute Bundespräsidentin zu sein, steht außer Frage. Sie ist seit 2018 Landtagspräsidentin in Bayern – und übt das Amt klar, verbindlich und stets mit der richtigen Ansprache aus. Die CSU-Politikerin ist über Parteigrenzen hinaus anerkannt, gilt als Brückenbauerin. Auch in der Bevölkerung genießt sie ein hohes Ansehen, abzulesen an ihren Ergebnissen bei Wahlen.
Weil Aigner so viel mitbringt, sollte sie nicht Bundespräsidentin werden und überwiegend repräsentative Aufgaben übernehmen, sondern mehr Verantwortung übernehmen und im Freistaat bleiben. Sie wäre eine noch bessere Ministerpräsidentin. Markus Söder ist seit 2018 Bayerns Regierungschef, überzeugt in dem Amt hat er aber selten. Er ist sprunghaft, dem Populismus nie abgeneigt, seine Beliebtheit hat Grenzen, die Wahlergebnisse der CSU enttäuschen seit Jahren. Und die Partei droht weiter Federn zu lassen. Eine Erneuerung an der Spitze wäre nötig und Ilse Aigner die richtige Person. Sie wird in München mehr gebraucht als in Berlin.


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