Pforzheim/Enzkreis/Kreis Calw. Die Polizeiliche Kriminalstatistik 2025 weist den Präsidiumsbereich Pforzheim als den Sichersten der 13 Präsidien im Land aus, trotzdem lassen sich in manchen Bereichen deutliche Anstiege von Straftaten verzeichnen — allerdings auch eine höhere Aufklärungsquote.
Mit einer Häufigkeitszahl von 3.543 Straftaten liegt die Region laut der Polizeilichen Kriminalstatistik 2025 unter dem Vorjahreswert von 3.944 und noch weiter unter dem Landesschnitt von 4.902. Die Häufigkeitszahl gibt an, wie viele Straftaten auf 100.000 Einwohner entfallen. Die Stadt Pforzheim steht unter den kreisfreien Großstädten mit einer Häufigkeitszahl von 5.814 deutlich vor Karlsruhe (7.407) auf Platz 1.
Unter den 35 Landkreisen rangiert der Enzkreis in punkto Sicherheit abermals ganz vorne (2.633). Der Landkreis Calw steht an sechster Stelle (3.042), gefolgt von Freudenstadt (3.186) auf Rang sieben.
Weniger Straftaten - mehr Aufklärung
Die Zahl der erfassten Delikte im Bereich des Polizeipräsidiums Pforzheim sank erneut auf 21.893 Fälle (2023: 24.537, 2024: 24.366). Gleichzeitig kann man der Statistik entnehmen, dass die Aufklärungsquote auf 64,1 % angestiegen ist.
"Auch wenn es viele Faktoren gibt, die auf die Kriminalitätsentwicklung einwirken - diese Zahlen zeigen vor allem eines: Unsere Kollegen in den Revieren, bei der Kriminalpolizei und der Prävention haben im letzten Jahr einen großartigen Job gemacht",
so Polizeipräsident Christian Dettweiler.
Rund drei Viertel der Tatverdächtigen sind männlich. Der Anteil Nichtdeutscher liegt wie im Vorjahr bei rund 43 %.
Bei den Straftaten gegen das Leben registrierte die Polizei 26 Fälle, im Vorjahr waren es 27. In etwa zwei Dritteln handelte es sich dabei um versuchte Taten. Die Aufklärungsquote liegt bei 96 Prozent. Deutlich gesunken sind Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung. 691 Fälle bedeuten ein Minus von 21 Prozent im Vergleich zu 2024 (876). Die Aufklärungsquote blieb mit 90 % hoch. Fast die Hälfte der Fälle betraf das Verbreiten pornografischer Inhalte.
Etwas zugenommen haben laut der Statistik Körperverletzungsdelikte - von 3.067 im Jahr 2024 auf 3.128 Fälle im Jahr 2025. 92,6 % wurden aufgeklärt. Leichte Körperverletzungen machen rund drei Viertel der Taten aus. Etwa die Hälfte der Tatverdächtigen ist bereits polizeilich bekannt.


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Viele Aggressionsdelikte
Aggressionen, Messerdelikte, Straßenkriminalität, fast jedes siebte Delikt im öffentlichen Raum ist ein Aggressionsdelikt. Im Vergleich zu 2024 (1.249) gab es in 2025 einen leichten Anstieg auf 1.265 Straftaten. Die Aufklärungsquote liegt hier erneut bei 85 %. Bei Aggressionsdelikten spielen oft Messer, Reizstoffsprühgeräte und auch Flaschen als Tatmittel eine Rolle. Knapp 40 % aller Straftaten mit Messern wurden im öffentlichen Raum begangen. 85 % der Täter waren Männer und knapp zwei Drittel bereits polizeibekannt. Insgesamt registrierte das Polizeipräsidium 352 Taten, bei denen ein Messer griffbereit vom Täter mitgeführt wurde (2024: 305 Fälle). Bei der Straßenkriminalität machen Sachbeschädigungen und Diebstähle rund 85 % aller Fälle aus. Diese Straftaten sind deutlich rückläufig und mit 3.135 auf dem zweitniedrigsten Stand der letzten zehn Jahre. Die Aufklärungsquote blieb mit rund 23 % stabil.
Dettweiler führt die Entwicklung auch auf das 2023 gestartete Konzept #SicherLeben zurück.
"Ende 2024 hat der Gesetzgeber das Waffenrecht geändert. Nun sind verdachtsunabhängige Kontrollen zum Waffen- und Messerführungsverbot etwa auf Weihnachtsmärkten möglich. Wir sind präsent und kontrollieren auch immer wiederauf Veranstaltungen und im öffentlichen Personennahverkehr."


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Gewalt zu Hause - und gegen die Polizei
Fälle der "Häuslichen Gewalt" weisen in der Statistik ein Plus um 7,5 % auf. Dies ist ein neues Zehnjahreshoch mit 1.155 Straftaten. 80 % der Opfer sind Frauen. Nach wie vor dürfte ein geändertes Anzeigeverhalten mitursächlich für den Anstieg sein.
Etwas rückläufig ist wiederum die Gewalt gegen Polizeibeamte. 2025 waren dies 207 und im Vorjahr 221 Straftaten. Verletzt wurden hierbei insgesamt 138 Mitarbeiter. Fast drei Viertel der Tatverdächtigen waren bereits polizeibekannt, jeder Zweite stand unter Alkoholeinfluss.
Cybercrime, Betrug und Drogen
Im Bereich Cybercrime gab es mit 2.067 Straftaten ein deutliches Minus von 18,8%. Der finanzielle Schaden stieg jedoch auf über vier Millionen Euro. Erfreulich: Die Aufklärungsquote konnte um über 11% auf nunmehr 76,1% gesteigert werden.
Die Fallzahlen der Betrugsmasche "Falscher Polizeibeamter" sind rückläufig. 88,5 % blieben im Versuchsstadium stecken - sicherlich auch ein Ergebnis der Informationen durch die polizeiliche Präventionsarbeit. In nur elf Fällen waren die Täter erfolgreich. Gesamtschaden: 190.000 Euro, über eine halbe Million weniger als 2024. Die Aufklärungsquote liegt bei nur 4,2%, da die Taten meist aus Callcentern im Ausland begangen werden.
Auch bei der Rauschgiftkriminalität zeigt sich ein Rückgang: Von 639 Fällen (2024) auf 549 in 2025. Die Cannabislegalisierung im April 2024 spielt hier eine maßgebliche Rolle. Im Präsidiumsbereich gab es vier Rauschgifttote, zwei mehr als im Vorjahr.


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Einbrüche, Wirtschaftskriminalität, Prävention
38,5 % der Wohnungseinbruchsdiebstähle blieben im Versuchsstadium stecken, was laut Polizei auf die verstärkte Aufmerksamkeit der Bevölkerung und eine bessere technische Einbruchsprävention zurückzuführen ist. 2025 kam es zu 273 Straftaten, womit man unter dem Schnitt der letzten zehn Jahre liegt. Täter machten sich zumeist an Fenster und Türen zu schaffen und versuchten, diese aufzuhebeln.
Mit 295 Straftaten stieg die Wirtschaftskriminalität im Vergleich zu 2024 leicht an. Der Schaden lag bei rund 15 Millionen Euro, etwa zwei Millionen über dem Vorjahr.
Das sagt die Stadt Pforzheim zu den Ergebnissen
Pforzheims Oberbürgermeister Peter Boch wertet die Ergebnisse als starken Beleg für die erfolgreiche Sicherheitsarbeit in der Stadt, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt:
„Dass Pforzheim bei der Sicherheit nun wieder an erster Stelle der kreisfreien Großstädte in Baden-Württemberg steht, ist eine sehr gute Nachricht für alle Bürgerinnen und Bürger – und vor allem ein großer Erfolg der Polizei. Mein ausdrücklicher Dank gilt allen Polizistinnen und Polizisten des Polizeipräsidiums Pforzheim für ihre engagierte, professionelle und oft auch herausfordernde Arbeit. Sie leisten Tag für Tag einen entscheidenden Beitrag zu dieser sehr guten statistischen Bilanz.“
Zugleich betont der Rathauschef, dass Sicherheit stets das Ergebnis eines Zusammenspiels vieler Akteure sei: „Als Stadt flankieren wir die hervorragende Polizeiarbeit mit eigenen Maßnahmen – von ordnungsrechtlichen Angeboten, wie unserem Kommunalen Ordnungsdienst, über Prävention bis hin zu gezielten Investitionen in die Sicherheit, wie in die mobilen Antiterrorsperren oder unsere Anti-Graffiti-Meldestelle."
"Unser Ziel ist klar: Die Pforzheimerinnen und Pforzheimer sollen sich zu jeder Tages- und Nachtzeit sicher und gut aufgehoben fühlen können“.
Auch Erster Bürgermeister und Sicherheitsdezernent Dirk Büscher zeigt sich laut der Pressemitteilung sehr zufrieden mit den aktuellen Zahlen:
„Statistische Spitzenwerte sind wichtig und zeigen, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Gleichzeitig wissen wir, dass Zahlen allein nicht automatisch das subjektive Sicherheitsempfinden aller Menschen widerspiegeln. Deshalb arbeiten wir konsequent daran, objektive Sicherheit und persönliches Sicherheitsgefühl weiter zusammenzuführen.“
Dabei setze die Stadt Pforzheim auf eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Polizei, Verwaltung und weiteren Partnern: „Sichtbare Präsenz, kurze Abstimmungswege und ein gemeinsames Verständnis für Prävention sind zentrale Erfolgsfaktoren. Ergänzend brauchen wir weiterhin größere rechtliche und praktische Spielräume, um moderne Instrumente der Kriminalprävention – etwa im Bereich der Videoüberwachung – verantwortungsvoll einsetzen zu können“, so Büscher. Pforzheim habe aus diesem Grund auch einen Förderantrag für eine datenschutzkonforme KI-gestützte Videoüberwachung im Rahmen des Förderprojekts AWARE gestellt, heißt es abschließend.


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