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01.03.2011

Verteidigungsminister Guttenberg tritt zurück: "Der schmerzlichste Schritt meines Lebens"

BERLIN. Mit den Worten "Es ist der schmerzlichste Schritt meines Lebens" hat Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) heute das Amt des Verteidigungsministers niedergelegt. Ein entsprechendes Rücktrittsgesuch hatte Guttenberg bereits zuvor bei Bundeskanzlerin Angela Merkel eingereicht.

Bildergalerie: Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) ist zurückgetreten

Das Verteidigungsministerium hatte zu einem Statement Guttenbergs um 11.15 Uhr eingeladen. Und dieses Statement fiel reichlich emotional aus. Den "schmerzlichsten Schritt" habe Guttenberg nicht nur getan, weil er in der Öffentlichkeit starker Kritik ausgesetzt gewesen sei, sondern auch weil er den "höchsten Ansprüchen" und der Verantwortung, der "ungeteilten Konzenztration" und der fehlerfreien Arbeit, die das Ministeramt erfordere, unter den gegebenen Umständen nicht mehr entsprechen könne.

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Aus Respekt vor den in Afghanistan getöteten Soldaten, die er erst noch beerdigen wollte, und den nächsten Schritten hin zu einer großen Bundeswehrreform habe Guttenberg den Rücktritt erst jetzt und nicht schon früher bekanntgegeben. Das sei auch  "eine Frage des Anstands" gewesen.

Bildergalerie: Karl-Theodor zu Guttenberg soll noch mehr abgeschrieben haben

Er habe es sich nicht leicht gemacht. denn er habe ein Amt geführt, "an dem das Herzblut hängt". Aber, so Guttenberg weiter: "Ich habe die Grenzen meiner Kräfte erreicht." Jetzt werde er sich auch den staatsanwaltlichen Ermittlungen wegen der Plagiatsaffäre um seine Doktorarbeit - der Titel ist ihm bereits aberkannt worden - stellen. Auch wenn dazu die parlamentarische Immunität aufgehoben werden muss.

Bildergalerie: Karl-Theodor zu Guttenberg: So kennen ihn die Deutschen

Merkel, die sich derzeit auf der Cebit in Hannover aufhält, hatte am Vormittag ihren Rundgang auf der Computer-Messe überraschend unterbrochen und längere Zeit telefoniert. Dem Vernehmen nach stimmte sich die Kanzlerin auch mit FDP-Chef Guido Westerwelle und CSU-Chef Horst Seehofer ab. Erst am Montag hatte sich Merkel erneut demonstrativ hinter Guttenberg gestellt. dpa/tok

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