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Peter Nillius aus Eisingen gehört zu den geplagten Anliegern, die sich in Sachen Ortstafeln Veränderungen wünschen würden und der sich deshalb – wie andere auch – an den FDP-Abgeordneten Erik Schweickert gewandt hat.  Foto: Meyer/Archiv 

40-Tonner und Raser auf Eisinger Talstraße: Anwohner traut sich kaum noch, Hecke zu mähen

Eisingen. Peter Nillius hat den gefährlichen Verkehr auf der Eisinger Talstraße satt. Die Kreisstraße sei offenbar eine ideale Trasse nicht nur für den Schwerlastverkehr, sondern auch für sportlich motivierte Gaspedaldrücker. Auf jeden Fall sei sie wohl Bestandteil der „besten Nordumgehung von Pforzheim“, konstatiert der Anlieger bitter. Mit den Jahren sei die Entwicklung an der Eisinger Talstraße einfach unerträglich geworden, unterstreicht Nillius, der mittlerweile Angst hat, straßenseitig seine Hecke zu mähen.

Anwohner fordert Temporeduzierung und Blitzer

Deshalb hat er sich an den Petitionsausschuss des baden-württembergischen Landtags gewandt. Das war am 19. April 2019. Entschieden worden ist über die Eingabe mit der Nummer 16/3255 bis auf den heutigen Tag noch nicht, wie Andreas Haas vom Petitionsbüro auf Anfrage in dieser Woche mitteilt.

Immerhin hat sich der Landtagsabgeordnete und FDP-Fraktionsvorsitzende Hans-Ulrich Rülke eingeschaltet. Der Parlamentarier an Nillius: „Meine Kollegen im Petitionsausschuss, Jürgen Keck und Stephen Brauer, habe ich über Ihr Schreiben informiert und sie gebeten, auf Ihre Petition ein besonderes Augenmerk zu legen.“ Das freut den Anlieger, denn bislang hatten er und andere eher das Gefühl, mit ihrem Anliegen alleingelassen zu werden. Natürlich sei das eine Kreisstraße, gleichwohl könne das ja nicht heißen, nichts tun zu können.

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Nillius fordert neben einer Temporeduzierung vor allem ständige Geschwindigkeitskontrollen, am besten in Form einer stationären Anlage. Nicht zuletzt müsse auch eine bauliche Maßnahme zur Verengung der Talstraße umgesetzt werden.

Gefühl, nicht ernstgenommen zu werden

Um den Ärger zu verstehen, muss man sich vergegenwärtigen, wie idyllisch die Verhältnisse noch in den 1970er-Jahren waren, als man den Bauplatz 1971 gekauft und 1972/73 gebaut hatte. Niemand habe damals ahnen können, wie sich der Verkehr entwickelt und da „ist auch niemandem ein Vorwurf zu mache“. Heute aber sei angesichts der Probleme Bürgernähe gefordert. Was Nillius über die Verkehrsprobleme hinaus frustriert, ist, dass er sich nicht ernst genommen fühlt. Immerhin sei er früher Geschäftsführer eines größeren Versandhauses in Pforzheim mit 1000 Mitarbeitern gewesen. Auf jeden Fall, so Nillius, seien die bescheidenden Maßnahmen der Vergangenheit wie das Versetzen der Ortstafel und die kleine Verengung bei Bauers Gaststätte nicht geeignet, die Probleme in der Talstraße strukturell zu lösen.

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