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Die rasant steigenden Neuinfektionen bereiten dem medizinischen Personal in Deutschland langsam Kopfzerbrechen. Noch sind die Kapazitäten in den Krankenhäusern nicht ausgereizt, noch bleibt die Hoffnung, dass die verschärften Schutzmaßnahmen bald Wirkung zeigen.  Foto: Halfpoint - stock.adobe.com 

41 neue Corona-Fälle im Kreis Calw, 116 im Raum Karlsruhe: Die Region liegt weiter über dem Grenzwert

Pforzheim/Enzkreis/Kreis Calw/Karlsruhe. „Aufgrund einer IT-Umstellung beim Gesundheitsamt konnten bis zum jetzigen Zeitpunkt leider noch nicht alle Fälle erfasst werden. Um Missverständnisse zu vermeiden, verzichten wir heute daher auf die Berechnung von Inzidenzzahlen“, heißt es in einer Pressemitteilung des Enzkreises. Die Zahlen des Gesundheitsamtes Enzkreis/Stadt Pforzheim, die dennoch übermittelt wurden, machen aber auch so deutlich: Pforzheim und der Enzkreis liegen trotz möglicher noch fehlender Fälle mit 64,3 Neuinfizierten pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen weiterhin gemeinsam über dem Grenzwert.

Vorbehaltlich weiterer Fälle, die wegen der IT-Panne noch nicht eingerechnet sind, gab es am Freitag acht neue Corona-Fälle in Pforzheim (insgesamt 797) und zwölf im Enzkreis (1126). Letztere verteilen sich auf drei positiv Getestete in Remchingen, zwei in Ötisheim und je einen Corona-Fall in Birkenfeld, Ispringen, Königsbach-Stein, Maulbronn, Neuenbürg, Neuhausen und Straubenhardt.

Kreis Calw legt weiter rasant zu bei den Corona-Fällen

Aus dem Landkreis Calw, der von der Einwohnerzahl her rund halb so groß ist wie der Gesundheitsamtsbezirk Enzkreis/Pforzheim, werden am Freitag doppelt so viele neue Corona-Fälle gemeldet. Hier gibt es 41 Neuinfizierte (insgesamt 1212). Die meisten in Wildberg (7), Calw, (6), Altensteig (6) und Bad Herrenalb (4). Verschont blieben zum Beispiel Höfen, Bad Liebenzell, Enzklösterle, Oberreichenbach und Schömberg, das mit insgesamt 112 Corona-Fällen die drittmeisten Infektionen im Kreis Calw aufweist.

Im Stadt- und Landkreis Karlsruhe sind am Freitag 3103 Corona-Fälle aufgelistet. Das ist ein Plus von 116 Neuinfizierten. Kein Wunder, dass jetzt im Landkreis Karlsruhe der Grenzwert mit 53,9 Neuinfizierten pro 100.000 Einwohner überschritten ist, während die Stadt Karlsruhe bei 47,1 Neuinfizierten pro 100.000 Einwohner liegt.

Infizierte 23.10

Akut-Fälle steigen an, aber keine neuen Corona-Todesfälle

Bereits genesen sind in Pforzheim 694 Personen, im Enzkreis sind es 914, im Kreis Calw werden 981 Genesene und im Stadt- und Landkreis Karlsruhe 2253 Genesene gezählt. Die Zahl der Personen, die noch in Quarantäne oder im Krankenhaus sind, hat sich weiter erhöht. Im Enzkreis sind es mit 184 Akut-Fällen fast doppelt so viele wie in Pforzheim (93). Sehr hoch, vor allem umgerechnet auf die Einwohnerzahl, ist die Zahl von 198 Akut-Fällen im Landkreis Calw. Von diesen Infizierten liegen neun Personen in stationärer Behandlung im Krankenhaus, eine Person kämpft auf der Intensivstation gegen das Coronavirus. 740 Akut-Fälle verbucht die Region Karlsruhe.

Bei der Liste der Akut-Fälle im Enzkreis fallen zwei Gemeinden auf, in denen die Rate der Infizierten in Quarantäne oder im Krankenhaus besonders hoch ist. Zum Vergleich: In Pforzheim gibt es 0,74 Akut-Fälle pro 1000 Einwohner, im Enzkreis sind es 0,92. Mühlacker hat nur ein Fünftel der Einwohner von Pforzheim aber mit 53 Akut-Fällen mehr als die Häfte der Nochinfizierten. Das sind dann in Mühlacker 2,03 Akut-Fälle pro 1000 Einwohner. Sieht man etwas genauer hin, fällt noch Friolzheim ins Auge. Hier gibt es nur zwölf Akut-Fälle, aber die verteilen sich aus 2,89 Nochinfizierte auf 1000 Einwohner. 

Unverändert blieb die Zahl der Corona-Todesfälle, von denen es 28 im Enzkreis und zehn in Pforzheim sowie 33 im Kreis Calw und 110 im Stadt- und Landkreis Karlsruhe gab.

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Inzidenzwerte in Pforzheim und im Enzkreis über 60, in Calw bei fast 77

Nimmt man den Wert von am Freitag vermeldeten 77 Neuinfizierten in den vergangenen sieben Tagen für die Stadt Pforzheim, so ergibt sich hier ein Inzidenzwert von 61,6 – und damit bleibt es bei der Grenzwert-Überschreitung. Diese fällt noch deutlicher für den Enzkreis aus. Die 132 Neuinfizierten in den vergangenen sieben Tagen bedeuten einen Inzidenzwert von 66. Schlimmer sieht es im Kreis Calw aus. Hier liegt der Inzidenzwert bei 76,7.

Damit die lokalen Schutzmaßnahmen, die ein weiteres rasantes Ansteigen der Fallzahlen verhindern sollen, wieder zurückgefahren werden, muss der Grenzwert an sieben Tagen in Folge unterschritten sein. Nach diesen Freitagzahlen dürfte man da also noch bis Anfang November auf eine Maßnahmen-Lockerung warten müssen.

Thomas Kurtz

Thomas Kurtz

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