Somalia
Ein junger Somalier soll in einer Unterkunft in der Bahnhofstraße in Mühlacker versucht haben, eine 23 Jahre alte Frau zu vergewaltigen und töten. 

Angeklagter gilt als minderjährig: Prozess um versuchten Mord in Mühlacker nicht-öffentlich fortgesetzt

Mühlacker/Pforzheim. Das rote „Nicht-öffentlich“-Schild vor dem Saal im Pforzheimer Amtsgericht lässt keinen Zweifel: Nachdem der Fall an den bisherigen fünf Prozesstagen zunächst öffentlich aufgerollt wurde, wird er nun hinter verschlossenen Türen zu Ende gehen. Angeklagt ist ein junger Somalier wegen versuchten Mordes und versuchter Vergewaltigung, weil er im vergangenen Mai versucht haben soll, seine 23-jährige, schwangere, verheiratete Mitbewohnerin in der Wohnung in der Mühlacker Bahnhofstraße umzubringen und sich an ihr zu vergehen. Mit mehreren tiefen Bissen ins Gesicht und massiven Schlägen habe er die Frau misshandelt, so das medizinische Gutachten.

Laut somalischem Pass war der Angeklagte zum Tatzeitpunkt 16 Jahre alt.

"Wir haben abgewogen und es bleiben Zweifel – aber wir müssen Jugendstrafrecht anwenden",

erklärt Andreas Heidrich, der Vorsitzende Richter der Auswärtigen Großen Strafkammer des Landgerichts Karlsruhe in Pforzheim

Am Alter gab es allerdings erhebliche Zweifel, weshalb ein rechtsmedizinisches Gutachten in Auftrag gegeben worden war. Das wurde am Mittwoch zum Ende des fünften Prozesstags vorgestellt und hatte gezeigt, dass der Angeklagte mit wissenschaftlicher Sicherheit im vergangenen Mai zwar schon mindestens 17,6 Jahre alt war – mit einiger Wahrscheinlichkeit sogar noch älter. Aber die Volljährigkeit habe eben nicht rechtssicher nachgewiesen können.

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„Wir haben abgewogen und es bleiben Zweifel – aber wir müssen Jugendstrafrecht anwenden“, erklärt Andreas Heidrich, der Vorsitzende Richter der Auswärtigen Großen Strafkammer des Landgerichts Karlsruhe in Pforzheim, die den Fall verhandelt. Und das heißt: Die Öffentlichkeit bleibt zum Schutz des Minderjährigen draußen. Das gilt sowohl für die Vorstellung des psychologischen Gutachtens am Freitag, als auch für die Plädoyers und das Urteil, das beim siebten Verhandlungstag am Montag erwartet wird. Ob danach wenigstens das Strafmaß bekanntgegeben werden könne, müsse noch geprüft werden, so Heidrich.

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Sven Bernhagen

Sven Bernhagen

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