PZ-news kompakt (1)
Niefern-Öschelbronns Bürgermeisterin Birgit Förster und Eutingens Ortsvorsteher Andreas Renner haben ehrgeizige Klimaziele. 

April, April: Klimaschutz in Niefern-Öschelbronn und Eutingen - Hier wird ab sofort täglich Licht und Strom abgeschaltet

Pforzheim/Enzkreis. Die Klimaschutzziele sind ehrgeizig. Und viel Zeit bleibt nicht. Bis 2030 soll Baden-Württemberg im Vergleich zum Jahr 1990 65 Prozent der damaligen Treibhausgasemissionen einsparen. Auch darauf hat erst vergangenen Samstag die „Earth Hour“ hingewiesen. Unter anderem im Pforzheimer Rathaus gingen dafür um 20.30 Uhr eine Stunde lang die Lichter aus – jedenfalls überall dort, wo die Verwaltung in den Bürostockwerken für die Belange der Stadt arbeitet. Anmerkung der Redaktion: Bei diesem Artikel handelt es sich um einen Aprilscherz!

Aber warum nur einmal „Earth Hour“?, fragt man sich in manchen Kommunen. Warum nicht gleich jeden Tag ein dunkles Rathaus um 20.30 Uhr? Als die PZ zum Beispiel Andreas Renner besucht, den Ortsvorsteher Eutingens, da legt dieser gleich sicherheitshalber Hand an den Schaltkasten des Rathauses. Damit auch ja keiner ausschert aus dem Bemühen, CO₂ einzusparen. Renner schaut auf die Uhr. Und Punkt 20.30 Uhr wird es in Eutingens Rathaus Nacht.

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Birgit Förster demonstriert, wie die Datensicherheit im Rathaus während der Zeit ohne Strom gewährleistet wird: mithilfe eines Notstromaggregates.

Ein anderes Beispiel ist die Gemeinde Niefern-Öschelbronn, die als eine Vorreiterin in Sachen Klimaschutz im Enzkreis gilt. „Wir suchen immer nach innovativen Ideen, um uns in dieser Hinsicht noch weiter zu verbessern“, so Bürgermeisterin Birgit Förster im Gespräch mit der PZ. Deshalb geht sie gleich einen Schritt weiter: Von diesem Freitag an wird in der ganzen Gemeinde täglich für je eine Stunde der Strom abgedreht. „Earth Hour“ für alle.

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Punkt 20.30 Uhr, Rathaus Eutingen: Andreas Renner dreht der Verwaltung den Saft ab.

Vier Wochen Testlauf in Niefern-Öschelbronn

Über das Lastenprotokoll der Gemeindewerke Niefern-Öschelbronn, deren Chefin Förster als Bürgermeisterin ebenfalls ist, hat man festgestellt: Zwischen 18 und 19 Uhr ist die Auslastung im Stromnetz am höchsten. Deshalb hat sich ein Expertengremium der Gemeinde gemeinsam mit Förster dafür entschieden, in diesem Zeitraum den Strom abzuschalten. Vorerst soll das Szenario ab dem 1. April vier Wochen lang geprobt werden, da sich dieser Monat vor allem wegen der Schulferien als optimaler Testlauf eigne.

Nach 30 Tagen wollen die Bürgermeisterin und ihr Expertenteam prüfen, wie effektiv die neue Maßnahme ist. Ortsansässige Firmen habe man selbstverständlich frühzeitig über die Pläne informiert. Auch um die Datensicherheit im Rathaus müsse sich niemand sorgen: „Unser Notstromaggregat funktioniert“, versichert Förster.

„Mit dieser Aktion wollen wir gemeinsam mit unseren Bürgern ein starkes Zeichen setzen.“ Je nachdem, wie erfolgreich sich die Maßnahme in Niefern-Öschelbronn erweise, sei auch denkbar, sie noch auf weitere Zeitfenster auszudehnen.

Licht und Strom abschalten für den Klimaschutz – eine gute Idee?
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Aprilscherze haben Tradition

Bei PZ-news haben Aprilscherze eine lange Tradition, auch wenn 2020 und 2021 aufgrund der Corona-Pandemie auf Späße zum Monatsbeginn verzichtet wurde. Aber wussten Sie etwa, dass ein Autohaus in Pforzheim auch Pferde zum Verkauf anbietet? 1-PS-Modelle quasi. Nein? Stimmt ja auch nicht.

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Pforzheim

Autohaus verkauft jetzt auch Pferde

Und dass Eutingen gar nicht mehr zu Pforzheim gehört, sondern jetzt zur Enzkreis-Gemeinde Niefern-Öschelbronn? April, April! Ist natürlich auch erfunden gewesen.

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Pforzheim

Eutingen will raus aus Pforzheim: Ausgemeindung nach Niefern beantragt

Alle Aprilscherze, die die PZ-news-Redaktion sich in den vergangenen Jahren genehmigt hat, lesen Sie hier.

Nina Tschan

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Alexander Heilemann

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