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Abgesehen haben es die Kriminellen meist auf das Geld und Wertgegenstände der Betroffenen.
Abgesehen haben es die Kriminellen meist auf das Geld und Wertgegenstände der Betroffenen. © Symbolbild dpa
08.02.2018

Bei Anruf Betrug: Polizei warnt erneut vor falschen Beamten am Telefon

Calw/Pforzheim. Die Polizei – der "Freund und Helfer". Als vermeintliche Ordnungshüter erschleichen sich Betrüger das Vertrauen ihrer Opfer am Telefon. Auch in Pforzheim und Calw ist es erneut zu Anrufen durch falsche Polizeibeamte gekommen.

Eine Masche der Betrüger: Äußerst redegewandt und in der Regel in einwandfreiem, akzentfreiem Deutsch wird den Senioren vorgegaukelt, dass die Polizei kürzlich einige Einbrecher festgenommen habe, die Listen und Notizen bei sich führten, die den Namen und die Anschrift der Angerufenen beinhalten. Den Opfern wird dabei ein Schreckensszenario skizziert, dass auch sie demnächst in das Visier dieser Einbrecherbande geraten könnten oder aber schon sind. Im selben Atemzug wird ihnen "angeboten", ihre Wertsachen abzuholen und vorübergehend in sichere Verwahrung zu nehmen. Eine andere Vorgehensweise: Die Betrüger erklären, dass man gegen angeblich korrupte Bankmitarbeiter ermittelt. Abgesehen haben es die Kriminellen meist auf das Geld und Wertgegenstände der Betroffenen.

Gleich zu mehreren Anrufen durch falsche Polizeibeamte kam es am Mittwoch im Bereich Calw und Pforzheim. Nach ersten Ermittlungen der Polizei meldeten sich die Anrufer unter einer unterdrückten Rufnummer oder auch in einem Fall mit einer angezeigten Handynummer. Die Ermittler hätten diese Nummer nachverfolgt, aber keinen Eintrag gefunden.

Wie die Polizei erklärt, ermögliche es die Internettelefonie den Betrügern, im Display jede beliebige Rufnummer anzeigen zu lassen und damit über den wirklichen Anrufer zu täuschen ("Call ID-Spoofing"). So hätten einige falsche Polizisten mit der Nummer 110 angerufen und ihre Opfer so getäuscht. "Die Polizei ruft nie unter der Nummer der Notrufzentrale an, das ist gar nicht möglich. Wenn wir anrufen sollten, dann unter einer Festnetznummer", stellt Polizeipressesprecherin Marion Kaiser im Gespräch mit PZ-news klar.

Die Polizisten-Masche sei der aktuelle Trick der Betrüger. Früher gaben sich die Täter am Telefon oft als "Enkel" der älteren Opfer aus, die dringend Geld bräuchten. "Das machen die Betrüger immer noch ab und zu. Aber es gibt über 100 Arten von Betrugsmaschen – leider", so Kaiser. Auch eine Frau hätte sich vor einiger Zeit am Telefon als Polizistin ausgegeben.

Die Polizei kann nicht alle Betrugsversuche erfassen. Oberstes Ziel der Beamten ist daher die Sensibilisierung der Bevölkerung. "Die Bürger werden glücklicherweise immer skeptischer bei derartigen Anrufen, sodass die Betrüger in der vergangenen Zeit kaum erfolgreich waren", erklärt Kaiser. Auch bei den Betrugsanrufen am Mittwoch in der Region sei es dank der aufmerksamen Betroffenen nicht zu einem Schaden gekommen.

Wichtig ist den richtigen Ordnungshütern folgendes: Die Polizei fordert niemals am Telefon Auskunft über Vermögensverhältnisse oder über die Aufbewahrung von Wertsachen. Im Verdachtsfall sollten Betroffene direkt selbst die 110 wählen.

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