Enzkreis. Am Samstag, 9. Mai, spielte sich im Enzkreis ein optisch wie akustisch beeindruckendes Szenario ab: Rund 200 Einsatzkräfte mit über 50 Fahrzeugen von Feuerwehren, Hilfsorganisationen und Technischem Hilfswerk fuhren im Konvoi und mit Blaulicht und Sirene durch zahlreiche Kreiskommunen.
Grund war die ganztägige und unter der Regie des Bevölkerungsschutz-Teams im Landratsamt laufende Verlege-Übung namens „ENZKonvoi2026“ (die PZ berichtete).
„Ziel war, für den Fall einer Großschadenslage die Verlegung von Fahrzeugen, Material und Einsatzkräften zu üben. Der Enzkreis hat dafür einen Einsatzplan in der Schublade liegen und wir wollten schauen, ob in der Praxis dann auch alle Rädchen ineinandergreifen – und das hat super geklappt“, wie Landrat Bastian Rosenau berichtet; er hatte sich am Samstag vor Ort selbst ein Bild vom Ablauf der Übung gemacht.


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Bei der samstäglichen Übung im Enzkreis fuhr der Fahrzeug-Verband Ost unter Leitung des stellvertretenden Kreisbrandmeisters Florian Becker über Umwege von Maulbronn über Eisingen nach Neuenbürg. Martin Irion führte als stellvertretender Kreisbrandmeister den Verband West über eine ausgedehnte Strecke von Neuenbürg über Tiefenbronn nach Maulbronn.
Der Führungsstab kümmerte sich unter Einsatzleitung des stellvertretenden Kreisbrandmeisters Michael Szobries ganztägig um ein aktuelles Lagebild. „Der Führungsstab hätte bei Sperrungen, Unfällen oder besonderen Vorkommnissen auch rasch eingreifen können“, berichtet Kreisbrandmeister Carsten Sorg. „Aufgrund eines realen Unfalls auf der A8 schien es kurzzeitig so, als ob der Führungsstab eine völlig neue Route für die Verbände ausarbeiten muss. Glücklicherweise konnte die Stelle dann aber wie geplant befahren werden.“


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Erwartungsgemäß traten zwar laut Leonie Guth, Christian Thümmel und Björn Hartlieb vom Bevölkerungsschutz-Team, die die Übung maßgeblich vorbereitet hatten, spontan gewisse Herausforderungen auf; beispielsweise fuhren einige Verkehrsteilnehmer zwischen die Fahrzeuge des Verbands. Doch insgesamt betrachtet hätten die Abläufe und Kommunikationswege beim Verlegen der Verbände sehr gut funktioniert.
„Für alle Beteiligten war es eine erkenntnisreiche Übung, um die ungewohnten Fahrten im geschlossenen Verband mit Dutzenden Fahrzeugen zu trainieren“, so Rosenau abschließend. „Insgesamt können wir jedenfalls eine sehr positive Bilanz ziehen. Dafür ein großes Dankeschön an alle am Konvoi Beteiligten und an das Bevölkerungsschutz-Team für das tolle Engagement.“

