Horb. Drei Bauarbeiter sind in Baden-Württemberg mit einer Arbeitsgondel in Horb im Kreis Freudenstadt aus großer Höhe abgestürzt und zu Tode gekommen.
Auf Nachfrage kann sich die Polizei noch nicht zu den genaueren Umständen des Vorfalles äußern. Die Gondel sei im Laufe des Mittags aus großer Höhe abgestürzt.
Die Staatsanwaltschaft Rottweil habe ein Todesermittlungsverfahren eingeleitet. Mit involviert sei außerdem ein Sachverständiger.
Bauarbeiter starben noch am Unfallort
Notfallseelsorger und Rettungskräfte fuhren zum Unglücksort. Der Unfall ereignete sich laut Polizei am Dienstagmittag. Die drei Bauarbeiter waren laut Feuerwehr schon beim Eintreffen der Rettungskräfte nicht mehr am Leben.
«Es konnte nur noch der Tod festgestellt werden», sagte der Sprecher der Feuerwehr in Horb am Neckar, Jan Straub. Die Gondel mit den Arbeitern sei aus großer Höhe abgestürzt. Die Brückenbaustelle sei zwischen 40 und 100 Meter hoch. Man habe die Feuerwehr um kurz nach 12.30 Uhr alarmiert. Sieben Fahrzeuge und 30 Einsatzkräfte seien vor Ort gewesen.
Arbeitsgondel riss ab
Die Arbeitsgondel, in der sich die drei Arbeiter befanden, war an einem Kran befestigt. Laut einem Polizeisprecher habe sich die Gondel vom Kran gelöst. Wie dies genau passierte, werde jetzt untersucht.
«Wir erheben alle subjektiven und objektiven Beweismittel, um zu klären, weshalb es zu diesem Unfall kam», sagte Polizeisprecher Benjamin Koch. In Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft werde auch ein Gutachter herangezogen. In die Ermittlungen sei auch die Kriminalpolizei involviert.
Die Großbaustelle an der Hochbrücke, einem der größten Infrastrukturprojekte im Land, wurde unmittelbar nach dem Unfall zunächst für mindestens einen Tag stillgelegt.
Brücke soll bis zu 90 Meter hoch werden
Die Hochbrücke ist Teil eines umfangreichen Straßenbauprojekts. Sie soll künftig den Verkehr auf der Bundesstraße 32 über das Neckartal führen. Bisher führt die Bundesstraße ins Tal hinunter und durch die Innenstadt von Horb.
Nach Angaben des Regierungspräsidiums Karlsruhe soll die Brücke 2.100 Meter lang werden und bis zu 90 Meter hoch sein. Die Verkehrsfreigabe war demnach bis voraussichtlich 2028 geplant.
Horb am Neckar liegt rund 50 Kilometer südlich der baden-württembergischen Landeshauptstadt Stuttgart im Landkreis Freudenstadt. Die Stadt hatte 2023 rund 25.700 Einwohner.
Tiefe Betroffenheit bei Verkehrsminister Winfried Hermann
Der Verkehrsminister des Landes Baden-Württemberg, Winfried Hermann, erklärte in einer Pressemitteilung im Namen der Landesregierung seine tiefe Betroffenheit nach dem tragischen Unfall auf der Baustelle bei der Hochbrücke in Horb. Gemeinsam mit Regierungspräsidentin Sylvia M. Felder, Landrat Dr. Klaus Michael Rückert und Horbs Oberbürgermeister Peter Rosenberger erklärte er: „Es macht uns tief betroffen, dass heute drei Menschen bei einem furchtbaren Unfall ums Leben gekommen sind. Das ist einer der schwersten Arbeitsunfälle, den es je auf einer Straßenbaustelle im Land gegeben hat. Die Tragik des heutigen Ereignisses ist schwer zu fassen. Wir sind in Gedanken bei den Angehörigen der Opfer. Wir danken den Rettungskräften für ihren Einsatz. Aufzuklären wie es zu dem Unfall kommen konnte, ist jetzt Aufgabe der Ermittlungskräfte. Wir hoffen hier auf schnelle Ergebnisse.“ Oberbürgermeister Rosenberger war direkt nach dem Unglück vor Ort. Der Verkehrsminister möchte zusammen mit der Regierungspräsidentin am morgigen Mittwoch an der Unglückstelle der Opfer gedenken.
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