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Wenn in der Tabelle des LGA keine Neuinfektionen für Pforzheim oder den Enzkreis vermeldet werden, kann das zwei Dinge bedeuten, erklärt Jürgen Hörstmann, Pressesprecher beim Landratsamt Enzkreis. 

Corona-Zahlen: Warum keine neuen Fälle nicht immer gleich null Neuinfektionen bedeuten

Pforzheim/Enzkreis. Als PZ-news am Sonntagabend bekanntgegeben hat, dass das Landesgesundheitsamt (LGA) für den Tag keine neuen Corona-Infektionen in Pforzheim und dem Enzkreis gemeldet hat, war die Reaktion der Leser vor allem eine: Ungläubigkeit. Dabei sind gerade an den Wochenenden, an denen weniger getestet wird, die Zahlen niedriger. PZ-news hat beim Landesgesundheitsamt und der örtlichen Behörde nachgefragt, was die Zahlen aussagen.

Wenn in der Tabelle des LGA keine Neuinfektionen für Pforzheim oder den Enzkreis vermeldet werden, kann das zwei Dinge bedeuten, erklärt Jürgen Hörstmann, Pressesprecher beim Landratsamt Enzkreis: Entweder, es gibt schlicht keine neuen Fälle – wie es glücklicherweise bei den Todesfällen meist der Fall sei – oder es wurden keine Daten übermittelt. Letzteres vermutet er am Sonntag.

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Inzidenz in Pforzheim steigt rasant an - Zahlen sind aber wenig aussagekräftig

Das LGA liefert eine andere Erklärung: Laut Pressestelle des Regierungspräsidiums Stuttgart bedeutet kein Eintrag in der Tabelle, dass kein Datentransfer stattgefunden habe. Nur die Fälle, die von den örtlichen Gesundheitsämtern bis 16 Uhr an das des Landes gemeldet würden, tauchten auch in der Übersicht des LGA auf: "Es ist hierbei nicht auszuschließen, dass aufgrund einer hohen Arbeitsbelastung im Rahmen des Fallmanagements und der Kontaktnachverfolgung im Gesundheitsamt vorliegende Fälle erst am Folgetag an das LGA übermittelt werden."

7-Tage-Inzidenz errechnet sich aus Meldedatum

Nur, wenn ein örtliches Gesundheitsamt Bescheid gebe, dass etwa aufgrund technischer Probleme keine Datenübermittlung möglich sei, nehme das LGA einen entsprechenden Hinweis in den Tagesbericht auf.

Auch, wenn einmal keine Daten eines örtlichen Gesundheitsamts an das LGA übermittelt wurden, werde eine neue 7-Tage-Inzidenz berechnet. Das liege daran, dass sich der Wert aus den Infektionen errechne, die innerhalb der vergangenen sieben Tage an die örtlichen Gesundheitsämter gemeldet wurden, etwa von Ärzten oder Laboren, und nicht aus den Fällen, die von diesen Ämtern bis Datenschluss an das LGA geschickt wurden. Ein Effekt auf die 7-Tage-Inzidenz sei bei fehlender Meldung aus den örtlichen Ämtern zwar da, falle jedoch in der Regel gering aus.