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Lehrer Alessandro Pola von der Willy-Brandt-Realschule in Königsbach-Stein verzauberte mit seinem Auftritt bei "The Voice of Germany" Jury und Publikum gleichermaßen. 

Darum wäre Lehrer Alessandro Pola von Realschule in Königsbach-Stein beinahe nie bei "The Voice of Germany" gelandet

Königsbach-Stein/Karlsruhe. Dass sein Auftritt bei "The Voice of Germany" so gut ankommen würde, damit hätte Alessandro Pola selbst nicht gerechnet. Mit seiner Interpretation von Alica Keys' "If I Ain't You" eröffnete der Lehrer der Willy-Brandt-Realschule in Königsbach-Stein am 8. Oktober die zehnte Staffel der Casting-Show und verzauberte Jury und Publikum gleichermaßen.

"Ich bin schon mal davon ausgegangen, dass sich mindestens eine Person umdrehen wird, aber dass sich alle vier umdrehen, damit hätte ich nicht gerechnet – das war unfassbar. Ich stand da oben auf der Bühne und es hat sich so angefühlt, als würde ich selber im Publikum sitzen. Es war alles sehr surreal", fasst der 30-Jährige die Situation im Gespräch mit PZ-news zusammen.

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Realschullehrer aus Königsbach-Stein flasht Jury bei Casting-Show "The Voice of Germany"

Und auch wenn sich Pola auf der Bühne im Studio Berlin-Adlershof nach außen hin ganz locker und cool gab, so trog der Schein doch gewaltig, wie er nun verriet: "Ich war eigentlich sehr nervös, ich musste damit erst einmal klarkommen. Es war für mich eine super-unwirkliche Situation", erklärt er.

Lehrer-Kollegin bringt Pola zu "The Voice of Germany"

Eine Situation, in die den Hobby-DJ und Sänger einer Coverband überhaupt erst eine Lehrer-Kollegin gebracht hatte. Zwar hatte der Karlsruher schon immer von einer Karriere als Musiker geträumt, als sich seine Band "Paradise June" im Jahr 2017 dann allerdings auflöste, machte er erst einmal zwei Jahre lang fast gar keine Musik mehr.

"Ich bin ganz normal noch Lehrer."

Alessandro Pola darüber, wie sich sein Alltag nach dem Auftritt bei "The Voice of Germany" verändert hat

"Ich bin damals so ein bisschen in ein Loch gefallen und da hat mir ganz viel gefehlt. Irgendwann hat mich eine Kollegin mal bei einem Abend ins Gespräch genommen und gemeint: 'Du solltest dich da mal anmelden, das wäre doch cool für dich.' Es war ein sehr schönes und langes Gespräch und dann habe ich mich noch am selben Abend angemeldet", erklärt Pola, wie er letztendlich bei "The Voice of Germany" gelandet ist.

Dabei kommt es dem Lehrer für Musik und Englisch vor allem zu Gute, dass er nicht nur die Unterstützung seiner Ehefrau und Familie hat, sondern auch von seinen Kollegen und Schülern. Bislang kam es auch noch zu keinen Überschneidungen zwischen seinen Auftritten bei "The Voice of Germany" und dem Schulalltag. "Ich bin ganz normal noch Lehrer", sagt er lachend im Gespräch mit PZ-news.

Traum von einer Karriere als Musiker neu entfacht

Wie es allerdings nach der Sendung weitergeht, das will sich Pola noch offen halten. Längerfristig habe er – unabhängig vom weiteren Verlauf der Show – "schon vor, mehr Musik zu machen". Ob er dafür dann ganz aus dem Schulbetrieb aussteigt oder lediglich seine Stunden reduziert, um seine Musik dann "cool nebenher" zu machen, steht noch in den Sternen. "Das weiß man wahrscheinlich erst, wenn das Finale ausgestrahlt wird. Mit oder ohne mich", meint er.

"Es ist voll okay, dass ich mich jetzt bei 'The Voice of Germany' angemeldet habe und aufs Ganze gehe."

Allesandro Pola über seine Entscheidung, an der Jubiläumsstaffel teilzunehmen.

Doch wieso setzte der in einer italienischen Großfamilie im südpfälzischen Bad Bergzabern aufgewachsene passionierte Hobbykoch trotz all seiner Leidenschaft dann nicht schon viel früher mehr auf die Musik-Karte?

"Es hat wohl einfach nicht sollen sein", erklärt Pola, der mit sechs Jahren zur Musik kam und heute neben dem Singen auch Klavier, Gitarre, Ukulele, Bass und ein bisschen Schlagzeug spielt. Mit seiner Entscheidung, Lehrer zu werden, hat er dennoch nie gehadert. Daher sei es nun auch "voll okay, dass ich mich jetzt bei 'The Voice' angemeldet habe und aufs Ganze gehe".

Auf der Straße bislang noch unerkannt

Unterstützt wird er dabei fortan von Yvonne Catterfeld und Silbermond-Frontfrau Stefanie Kloß, für die er sich ohne lange zu zögern als Coaches entschieden hat. "Als ich gehört habe, dass beide in der Jury sitzen, habe ich mir schon gedacht, dass da jetzt noch ein anderer Knaller kommen müsste, damit ich mich für jemand anderen entscheide", begründet er seine Entscheidung für das Frauen-Duo.

Auf der Straße erkannt wird Pola außerhalb von Königsbach-Stein übrigens trotz seines Auftritts bei "The Voice of Germany" bislang noch nicht: "Aber ich war jetzt auch noch nicht so viel draußen. Ich war höchstens mal einkaufen und da hat mich bislang noch niemand angesprochen. Aber es ist ja auch schwierig mit Maske und ohne Mütze", meint er.

Doch das dürfte sich mit jedem weiteren TV-Auftritt ändern. Zunächst einmal stehen nun in der nächsten Runde die sogenannten "Battles" auf dem Programm. Und wer weiß, vielleicht sieht man Alessandro Pola dann am Ende der Jubiläumsstaffel tatsächlich im großen Finale von "The Voice of Germany". 

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Sven Sartison

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