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Rund 40 Kubikmeter Elektroschrott sind bei einem Brand in Oberderdingen in Flammen aufgegangen. 

Großbrand bei Recyclingfirma in Oberderdingen: Elektroschrott entzündet sich

Oberderdingen-Flehingen. In der Nacht zu Mittwoch ist es gegen 2.30 Uhr auf einem Gelände einer Recyclingfirma in Oberderdingen im Robert-Bosch-Ring zu einem Großbrand gekommen. Wie die Feuerwehr am Mittwoch berichtete, seien rund 40 Kubikmeter Elektroschrott in Brand geraten. Insgesamt waren über 100 Feuerwehrangehörige im Einsatz. Verletzt wurde niemand.

Wie die Feuerwehr Oberderdingen in einem Bericht an die Presse mitteilte, hatte die automatische Brandmeldeanlage ein Feuer gemeldet. "Bereits auf der Anfahrt der ersten Kräfte konnte eine starke Rauchentwicklung festgestellt werden, woraufhin sofort die Alarmstufe erhöht wurde", heißt es. Die Halle sei bei Ankunft der Einsatzkräfte bereits massiv verraucht gewesen, "es musste mit einer bevorstehenden Durchzündung gerechnet werden, weshalb umfassend weitere Kräfte der Nachbarwehren sowie die Führungsgruppe Unterkreis Bretten-Ost nachgefordert wurden."

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Elektroschrott entzündet sich in Oberderdingen

Durch den massiven Löscheinsatz konnte letztlich eine Ausbreitung und ein Übergreifen des Feuers auf die Betriebshalle verhindert werden. Die Löschmaßnahmen wurden von einem firmeneigenen Bagger unterstützt, indem das Brandgut auseinandergezogen wurde und so gezielter abgelöscht werden konnte. Mit der Drehleiter wurde der Dachbereich der Halle kontrolliert und festgestellt, dass die Photovoltaikanlage beschädigt wurde, weshalb eine Elektrofachfirma hinzugezogen wurde. Nach etwa einer Stunde war das Feuer weitgehend gelöscht und die ersten Kräfte wurden nach und nach aus dem Einsatz entlassen.

Die Nachlöscharbeiten zogen sich jedoch bis in die frühen Morgenstunden. Einsatzende war nach den Reinigungs- und Aufrüstarbeiten gegen 7 Uhr. Die Polizei hat die Ermittlungen zur Brandursache noch in der Nacht aufgenommen.

Die Bevölkerung wurde vorsorglich über die Warn-App „Nina“ über die Geruchsbelästigung durch den Brandrauch informiert. Außerdem kam, so die Feuerwehr Oberderdingen in ihrem Bericht an die Presse, eine Vertreterin des Umweltamts im Landratsamt Karlsruhe zur Einsatzstelle und das Klärwerk wurde informiert, um eine Löschwasserrückhaltung vorzubereiten. Zur Unterstützung der Feuerwehr wurde zudem der Wassermeister und der Bauhof der Gemeinde angefordert. Bürgermeister Thomas Nowitzki machte sich vor Ort ein Bild vom Geschehen und informierte sich beim Einsatzleiter, Kommandant Thomas Meffle über die Lage.

Über 100 Einsatzkräfte vor Ort

Im Einsatz waren insgesamt 103 Feuerwehrangehörige mit 23 Fahrzeugen der Feuerwehren aus Oberderdingen mit allen drei Abteilungen, Bretten mit den Abteilungen Bretten und Diedelsheim, Kürnbach, Sternenfels, Sulzfeld und Zaisenhausen. Vom Rettungsdienst des DRK-Kreisverbands Karlsruhe waren ein Notarzt und drei Mitarbeiter mit zwei Fahrzeugen sowie die Bereitschaft des DRK-Ortsvereins Flehingen mit zwei Fahrzeugen angerückt. Die Polizei war mit sechs Beamten und drei Streifenwagen vom Revier Bretten vor Ort.  

Zur Absicherung der Einsatzkräfte waren der Rettungsdienst und die DRK-Bereitschaft Flehingen vorsorglich vor Ort. Die DRK-Bereitschaft versorgte die Einsatzkräfte zudem mit Getränken. 

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Umweltamt nimmt nach Großbrand in Illingen Bodenproben

Nicht der erste Brand bei Recyclingfirmen

Erst vergangene Woche hatte sich kurz nach 22 Uhr auf dem Außengelände der Recyclingfirma „Südrec“ im Illinger Gewerbegebiet „Schweichling-Ost“ gelagerter Elektroschrott entzündet. Der entstandene Schaden liegt nach ersten Schätzungen im fünf- bis sechsstelligen Bereich. Bei "Alba" in Pforzheim kam es Ende August zugleich zwei großen Bränden.