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Immer wieder legen Hundehasser Giftköder aus und bringen die Tiere damit in Not. Symbolbild: dpa 

Haben Giftköder ihren Hund getötet? Alte Dame aus Keltern ist verzweifelt

Keltern. Für Aufsehen hat in diesen Tagen eine Anzeige aus Keltern gesorgt. Darin heißt es: „Warnung! Gift! Wer hat mein Fussele getötet?“ Acht Jahre sei man unzertrennlich gewesen. Die 80-jährige Rentnerin ist verzweifelt: „Er war alles für mich, Gefährte, Freund, mein Lebensmittelpunkt.“ Ihr Liebling habe am 14. Mai irgendwo Gift gefressen.

Doch nach einer Reihe von Arztbesuchen habe der geliebte Hund am 25. Mai den Kampf verloren. Abschließend offenbart die alte Frau frustriert ihr Gefühlsleben: „Ich bin über 80 Jahre alt und so verlassen und allein.“ Dass Halter von Hunden, deren Vierbeiner Opfer eines Köders mit Giftbeimischung werden, an die Öffentlichkeit gehen, ist nicht neu. Selten aber kommt es öffentlich zu einer derart emotionalen Schilderung.

"Warnung! Gift! Wer hat mein Fussele getötet?"

Die alte Dame aus Keltern ist verzweifelt.

In den sozialen Medien wurde die erwähnte Anzeige gepostet und weiterverbreitet – und sorgte für Betroffenheit und viel Verständnis für die alte Dame.

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Auf Nachfrage bei der Pressestelle des Polizeipräsidiums Pforzheim wird klar, dass der durch giftige Köder verursachte Tod von Hunden wohl auch nicht immer angezeigt wird. Frank Weber teilt mit: „In diesem Jahr wurden bisher keine bestätigten Vergiftungen von Hunden bekannt. Auch nicht der von der PZ genannte Fall in Keltern.“ Bezogen auf die Region seien 2020 “rund zehn Meldungen über das Auffinden verdächtiger Giftköder eingegangen“.

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Nach Überprüfung habe sich ergeben, dass es sich um Bratwurst, Leberwurst, Schinken und Hunde-Leckerbissen handelte. Alle Materialien hätten, so Weber, keine Hinweise auf Giftköder ergeben. Gleichwohl seien die Funde naturgemäß verdorben gewesen. 2019 habe man allerdings mit Rattengift gespickte Frikadellen gefunden.

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