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Eingestürztes Trockenmauerwerk: Sanierung und Erhalt solcher Mauern kann Bestandteil einer ökologischen Ausgleichsmaßnahme sein. Die Mauern bieten Lebensraum für Tiere, wie Eidechsen. Symbol foto: Arno Burgi/dpa-Archiv 

Kenntnislücken: Die bange Frage nach dem Ökokonto in Keltern

Keltern. Am Ende der Gemeinderatssitzung war Susanne Nittel (SPD) enttäuscht. Auf die Nachfrage, wer denn wann und wo das Kelterner Ökokonto führe und vor allen Dingen, was denn drauf ist, auf diesem wichtigen, weil nachhaltigen Sparbüchle, konnte Hauptamtsleiter Steffen Riegsinger keine wirklich überzeugende Antwort geben. Immerhin versprach Bürgermeister Steffen Bochinger, der Sache nachzuspüren.

Nittel meinte im Nachgang der Sitzung zur „Pforzheimer Zeitung“: So wie sie den Hauptamtsleiter verstanden habe, sei das Ökokonto „nicht auffindbar“. Nittel wörtlich: „Das hat uns alle im Gemeinderat völlig überrascht.“ Einige Ratskollegen seien geradezu „entsetzt“ gewesen. Dem Grunde nach sei die Angelegenheit „traurig“. Naturschutz und Landschaftspflege in Keltern, so die Rätin, müssten zu einer „ökologischen Verzinsung“ führen, von der die Kommune und die Gesamtheit der Bürgerschaft profitiere.

Aufgekommen war das Thema, weil es bei der Anfrage der SPD-Gemeinderätin zunächst um womöglich nicht oder nicht mehr vorhandene, ökologische Ausgleichsmaßnahmen im Baugebiet „Schlossäcker“ in Weiler gegangen war und der daraus resultierenden Fragestellung, wie es denn an anderen Stelle auf Kelterner Markung mit vorgeschriebenen und vereinbarten Ausgleichsmaßnahmen nicht nur auf dem Papier, sondern in der Realität aussehe? Zuvor war das Thema vom Verein Natur in Keltern öffentlich gemacht worden (PZ hat berichtet).

Um die Angelegenheit mit dem Ökokonto richtig einschätzen zu können, ist zunächst einmal festzustellen, dass es zwei verschiedene Kontoarten gibt (siehe auch die Erläuterungen im Info-Kasten), die man schon rein formal voneinander trennen muss auf der jeweiligen Basis der naturschutzrechtlichen und der bauplanungsrechtlichen Eingriffsregelung. Letzteres werde von der Gemeinde geführt, bestätigt Bürgermeister Steffen Bochinger auf PZ-Nachfrage: Der Austausch von Ökopunkten zwischen den beiden Konten sei unter bestimmten Umständen möglich. Keltern besitze seit 2004 ein Ökokonto. Ferner nimmt der Bürgermeister wörtlich wie folgt Stellung: „Die Gemeinde Keltern hat ein Guthaben auf Ihrem Ökokonto. Jedoch sind aktuell noch Nachbuchungen erforderlich.“

Mehr über das Thema lesen Sie am Dienstag, 8. Dezember, in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news.