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Laut Landesgesundheitsamt gab es einen neuen Corona-Todesfall in Pforzheim. 

Landesgesundheitsamt meldet neuen Corona-Todesfall in Pforzheim - Neuinfektionsrate steigt überall

Pforzheim/Enzkreis/Kreis Calw/Karlsruhe. Erneut gibt es im Bereich des Gesundheitsamts Enzkreis/Stadt Pforzheim einen Todesfall im Zusammenhang mit dem Coronavirus. Ein Mann Mitte 50 ist verstorben, wie das Gesundheitsamt Enzkreis/Stadt Pforzheim mitteilt. Laut Landesgesundheitsamt (LGA) steigt die Zahl der Todesfälle in Pforzheim und dem Enzkreis auf insgesamt 39 – zehn Corona-Todesfälle gab es laut LGA im Stadt- und 29 im Kreisgebiet. Zwei weitere Todesfälle gab es im Stadt- und Landkreis Karlsruhe, am Dienstag waren es dort drei. Im Raum Karlsruhe gibt es jetzt 115 Corona-Todesfälle. Im Landkreis Calw bleibt es bei 32 am oder mit dem Coronavirus verstorbenen Menschen.

Lagen am Dienstag Pforzheim und der Enzkreis beim Inzidenzwert noch relativ dicht beieinander, so ist am Mittwoch der Unterschied bei der Neuinfektionsrate größer geworden. Pforzheim  hat mit 155,6 Neuinfizierten pro 100.000 Einwohnern in den vergangenen sieben Tagen (am Dienstag 133,4) immer noch den vierthöchsten Inzidenzwert in Baden-Württemberg, während der Enzkreis mit 132,3 Neuinfizierten pro 100.000 Einwohnern in den vergangenen sieben Tagen (am Dienstag 126,8) nur noch den sechsthöchsten Inzidenzwert der 44 meldenden Stadt- und Landkreise in Baden-Württemberg hat. Für ganz Baden-Württemberg liegt der Inzidenzwert bei 95,9.

Für die Berechnung des Inzidenzwertes wichtig: In Pforzheim gab es am Mittwoch 47 neue Corona-Fälle und 196 Neuinfizierte in den vergangenen sieben Tagen, im Enzkreis waren es am Mittwoch 43 neue Fälle und 264 in den vergangenen sieben Tagen. Die Zahlen stammen vom täglichen Lagebericht des Landesgesundheitsamts (LGA).

Pforzheim mit 760,6 Corona-Fällen pro 100.000 Einwohner

Vergleicht man die Gesamtzahl der Infizierten pro 100.000 Einwohner, schneidet Pforzheim (insgesamt 958) mit 760,6 Infizierten pro 100.000 Einwohnern nicht so dramatisch schlecht ab wie beim Inzidenzwert. Der Enzkreis (insgesamt 1372) hat mit 687,5 Corona-Fällen pro 100.000 Einwohnern zwar rund 10 Prozent weniger als Pforzheim, liegt aber auch laut LGA-Liste über dem Landesdurchschnitt (676,9).

Was das Landesgesundheitsamt leider nicht aufführt, sind die Zahlen der Genesenen in den jeweiligen Bezirken des Gesundheitsämter. Dem entsprechend kann man nicht berechnen, wie hoch die Anzahl der Akut-Fälle ist, also derjenigen Personen, die noch in Quarantäne sind oder wegen den Folgen einer Corona-Infektion im Krankenhaus liegen. Die Zahlen wurden bislang vom Gesundheitsamt Enzkreis/Stadt Pforzheim veröffentlicht, liegen aber jetzt nicht vor. Aus dem Landkreis Calw und dem Stadt- und Landkreis Karlsruhe liegen die Zahlen jedoch vor. Und sie passen zum Trend: Es gibt weiterhin deutlich mehr Neuinfizierte als Genesene, weshalb die Zahl der Akut-Fälle weiter ansteigt.

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Landkreis Calw mit Inzidenzwert von 106,4

Im Landkreis Calw gibt es am Mittwoch 32 neue Infektionen mit dem Coronavirus, was die Neuinfektionsrate pro 100.000 Einwohner in den letzten sieben Tagen auf 106,4 erhöht. Aktuell gibt es unter den kreisweit 19.316 durchgeführten Test 1312 Infizierte, von denen 1019 schon wieder als genesen gelten und 33 verstorben sind. Das erhöht die Zahl der Akut-Fälle auf 260.

In den Kliniken im Landkreis Calw werden zehn Personen, die positiv auf eine Infektion mit dem Coronavirus getestet wurden, in stationär behandelt. Zwei davon liegen auf der Intensivstation. 

Schwerpunkte der Neuinfektionen liegen in Nagold (acht neue Fälle) und in Calw (sechs neue Fälle). In der Nachbarschaft zu Pforzheim und dem Enzkreis sind Dobel mit vier Neuinfizierten, Bad Wildbad und Bad Liebenzell mit je drei neuen Corona-Fällen, Schömberg mit zwei sowie Höfen und Oberreichenbach mit je einer neuinfizierten Person betroffen.

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Zwei neue Corona-Todesfälle im Stadt- und Landkreis Karlsruhe

Am Dienstag gab es drei neue Corona-Todesfälle zu vermelden, am Mittwoch zwei - der Stadt- und Landkreis Karlsruhe listet nun schon 115 Corona-Todesfälle auf, von denen über 30 Prozent auf die Todesfälle in einem Altenheim in Bretten-Neibsheim zurückgehen. Bei insgesamt 3618 Corona-Fällen (plus 134 am Mittwoch) und 2441 Genesenen (plus 67) sowie 115 Todesfällen (plus zwei) ergeben sich erstmals über 1000 Akut-Fälle in der Region Karlsruhe. Bei diesen 1062 Personen handelt es sich um Infizierte, die noch in Quarantäne sind oder wegen einer Infektion im Krankenhaus behandelt werden.

Kamen nach Abzug der Genesenen und Verstorbenen am Dienstag 50 neue Akut-Fälle hinzu, so sind es am Mittwoch schon 67. Was für den Laien zunächst wenig spektakulär klingt, bedeutet aber für ein Gesundheitsamt einen gewaltigen Aufwand. Denn jeder dieser in Quarantäne auf die Genesung wartende Mensch hat auch enge Kontaktpersonen, die nun ebenfalls in Quarantäne bleiben müssen. 1062 Akut-Fälle bedeuten also ein Vielfaches an Quarantäne-Fällen.

Die Corona-Liste von Stadt- und Landkreis Karlsruhe gibt folgende Inzidenzwerte an: Die Stadt Karlsruhe hat am Mittwoch 87,5 Neuinfizierte pro 100.000 Einwohnern in den vergangenen sieben Tagen, der Landkreis kommt auf 85,8. In der LGA-Liste hat die Stadt jedoch schon einen Inzidenzwert von 102,2 und der Landkreis von 91,0. Da die Karlsruher Liste den Stand von Mittwoch, 0 Uhr, spiegelt, dürften die höheren LGA-Zahlen die richtigeren sein.

Thomas Kurtz

Thomas Kurtz

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