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"Sei doch nicht strohdumm, bleib daheim" - diesen gut gemeinten Maischerz hat Familie Bertsch am Ortseingang von Großglattbach abgelichtet. 
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Alles dreht sich um Corona - so bringt es dieser Maischerz auf dem Kreisverkehr zwischen Wilferdingen und Singen treffend auf den Punkt. 

Lustig, kurios und teilweise ganz schön gefährlich: Diese Mai-Streiche hielten die Polizei in Pforzheim und der Region auf Trab

Pforzheim/Enzkreis/Kreis Calw. "Kein Vergleich zu sonst" – die "Hexennacht" oder auch "Walpurgisnacht", wie sie im Volksmund genannt wird, ist in Pforzheim und der Region aus polizeilicher Sicht sehr ruhig verlaufen. Lediglich vier Einsätze, so Polizeisprecher Robert Odelga am Freitagvormittag gegenüber PZ-news, hatten die Ordnungshüter in der Nacht im gesamten Bereich des Polizeipräsidiums Pforzheim zu verzeichnen. Dennoch, so fügt Pressesprecher Frank Otruba später am Freitag in einer Pressemitteilung hinzu, habe die Polizei im Laufe des Vormittags von einigen gefährlichen "Scherzen" in der Region erfahren.

Radlerin stürzt in Straubenhardt über gespannte Frischhaltefolie

Demnach stürzte einen Mountainbikefahrerin am frühen Morgen in Straubenhardt über eine Absperrung aus Frischhaltefolie, die ein Unbekannter in der Nacht gespannt hatte. Die 48-Jährige zog sich leichte Verletzungen zu und konnte sich der Polizei zufolge selbst in ärztliche Behandlung begeben.

Jugendliche lärmen in Birkenfeld

Außerdem meldeten gleich mehrere Anrufer am späten Donnerstagabend lärmende Personen auf dem Kirchplatz in Birkenfeld. Als die Polizei um 23.30 Uhr anrückte, türmten mehrere Jugendliche. Ob sie für die Beschädigung an einer dortigen Bushaltestelle verantwortlich sind, blieb zunächst unklar. Die Verstöße gegen die Corona-Verordnung werden geahndet. Wenig später, so die Polizei in einer Mitteilung, fasste die Polizei an der Birkenfelder Hauptstraße einen unter Alkohol stehender 18-Jährigen, der zuvor insgesamt fünf flexible Kunststoff-Baken über die gesamte Fahrbahnbreite aufgestellt hatte. Zu Gefährdungen anderer Verkehrsteilnehmer kam es der Polizei zufolge nicht.

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Bildergalerie

Das sind die Maischerze in Pforzheim und der Region

Viel Aufwand in Pforzheim

Viel Aufwand betrieben der Polizei zufolge Unbekannte, die eine komplette, rot blinkende Blitzer-Attrappe und ein Anliegerkontrollschild am Pforzheimer Wacholderweg aufstellten. Der Abbau erforderte sogar den Einsatz der Pforzheimer Berufsfeuerwehr.

Zebrastreifen in Königsbach-Stein gebaut

Auch in Königsbach-Stein gingen die Streiche-Macher mit Kreativität ans Werk. Die Polizei entdeckte am Vormittag, dass dort ein selbst gebastelter Zebrastreifen auf der Fahrbahn lag. Zudem wies ein Schild am Gehweg auf den inoffiziellen Fußgängerüberweg hin.

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In Königsbach-Stein ist über Nacht ein neuer Zebrastreifen entstanden – inklusive Hinweisschild am Straßenrand.

Ärger in Bad Wildbad, Keltern, Feldrennach und Nagold

In Bad Wildbad haben Unbekannte Zahnpasta in das Türschloss eines Autos geschmiert und in Birkenfeld musste die Polizei Streitigkeiten schlichten. Auch die mutwillige Zerstörung des Calmbacher Maibaums löste unter der Bevölkerung großes Entsetzen aus. Anstelle des geschmückten Baumes, der prachtvoll in die Höhe ragte, sind nun auf dem Calmbacher Lindenplatz nur noch Trümmer derschönen Tradition zu finden.

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Trauer in Calmbach: Dort haben Unbekannte den Maibaum zerstört.

Im Kelterner Ortsteil Dietlingen wurden mehrere Fassaden beschmiert und am Lerchenweg in Nagold Eier gegen eine Hauswand geworfen. In Feldrennach ärgerte sich ein Autofahrer darüber, dass die Folierung seines Wagens teilweise abgezogen wurde. Wer im Zusammenhang mit den Sachbeschädigungen sachdienliche Hinweise geben kann, wendet sich bitte an das Polizeirevier Neuenbürg unter (07082) 7912-0.

Sachbeschädigungen, keine Scherze

Wie Pressesprecher Frank Otruba in seiner Nachricht an die Medien betonte, habe all das nichts mit Scherzen zu zun, es handle sich um Sachbeschädigungen.

"Nette" Maischerze in der Region

Strenge Regeln, Kontaktverbote und keine Maifeste – man könnte meinen, in diesem Jahr gibt es am 1. Mai keinen Grund zum Lachen. Doch ein paar hartgesottene Scherzkekse haben es sich trotz Corona-Krise nicht nehmen lassen und in der Region ihren Schabernack getrieben. So zum Beispiel in Niefern: Dort haben Unbekannte der Statue auf dem Brunnen am Ortseingang eine ungewöhnliche Maske angezogen. 

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Die Statue auf dem Pferdebrunnen in Niefern trägt am 1. Mai einen außergewöhnlichen Mundschutz.

Ähnlich trug es sich in Maulbronn zu: Dort entdeckte PZ-news-Leser Lothar Bacuh, dass jemand einer Statue ebenfalls eine Schutzmaske verpasst hatte.

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Kurioses in Maulbronn: Eine Statue mit Schutzmaske.

Wie gleich mehrere Leser meldeten, haben Unbekannte in auf dem Kreisverkehr zwischen Wilferdingen und Singen einen lebensgroßen Virus platziert.

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Ein riesiger "Coronavirus" thront auf dem Kreisverkehr bei Singen.

Müller Fleisch nicht von Scherzen verschont

Unbekannte haben in der Nacht zum 1. Mai vor dem Betriebsgelände von Müller Fleisch im Brötzinger Tal ein kleines Gemüsebeet angeschüttet unter dem Motto: "Bio-Salat statt Corona-Fleisch". Morgens um 10 Uhr war's allerdings schon wieder weg. Der Kommentar der Mai-Scherz-Initiatoren dazu: "Schon professionell schnell, diese Müllers - außer bei Corona."

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Das Gemüsebeet vor dem Werk der Firma Müller Fleisch.

Selbstgemalte Schilder in Pforzheim

Einen Schwerpunkt gesetzt – beziehungsweise ein Herz für Fußgänger und Radfahrer bewiesen haben diejenigen, die in Pforzheim mit selbstgebastelten Schildern am Waisenhausplatz und von der Gernikabrücke herab die als „Zertrennerstraße“ betitelte Zerrennerstraße zur Fußgängerzone deklarierten, und so daran erinnerten, dass sich hier eigentlich keine Hauptverkehrsachse mehr befindet, auch wenn die Umsetzung stockte.

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Wortspiel in Pforzheim: Ein Schild weist auf die "Zertrennerstraße" hin.

Schabernack in Hamberg und Neuhausen

In Hamberg trieben Unbekannte ihre Späße und "schmückten" die Ortsschilder mit Bettlaken – offensichtlich eine Art Mundschutz für die Gemeinde. Das Restaurant „Grüner Wald“ wurde zum 1. Mai kurzer Hand zur Corona-Ambulanz umfunktioniert. Laut angeklebten Papierzetteln bietet es von nun an Gratis-Masken und medizinische Tests für 200 Euro an.

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In Hamberg gibt es nun eine "Corona-Ambulanz".

Die Wertschätzung von Klopapier wird am 1. Mai auch über leere Supermarktregale hinaus in Neuhausen sichtbar. Wo es sonst rollenweise in den Straßen verteilt liegt, kommt das weiße Gold in diesem Jahr nur sparsam zum Einsatz. Zu den wenigen ausgewählten Anwendungen gehören die Verzierung einer Baustelle sowie ein angeleintes Straßenschild.

Liebevoller Scherz in Wimsheim

Während auf dem Kreisverkehr zwischen Wimsheim und Tiefenbronn, eigentlich einem Garant für einen Maischerz in unübersehbarer Größe, in diesem Jahr keine Installation und auch kein Grenzposten zum Schmunzeln zu finden war, konnte man in Wimsheim einen ganz liebevollen, kleinen Scherz entdecken. Ziel war der Zaun am Kindergarten, an dem das ganze Jahr kunterbunt bemalte Zaunfiguren hängen. Die tragen nun Mundschutz! Feinsäuberlich mit Tesafilm angebracht, flattert vor jedem kleinen Gesicht nun ein Stück Toilettenpapier zum Schutz vor dem Coronavirus.

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Süß: Diese Figuren tragen nun einen Mundschutz.

Mai-Scherze im östlichen Enzkreis

Gerade in Krisenzeiten sollte man erfinderisch sein. Das dachten sich wohl auch die Mitglieder des Männergesangvereins Lienzingen, die in diesem Jahr wegen der Corona-Beschränkungen keinen Maibaum aufstellen durften. Stattdessen wurde mit Unterstützung des Bürgerprojekts „Herzenssache Lienzingen“ kurzerhand die Idee auf den Weg gebracht, dass die Lienzinger statt des sonst mit farbigen Bändern geschmückten Maibaums nun eben ihre Häuser bunt verschönern.

Während sich die Lienzinger also den 1. Mai trotz Corona nicht verderben ließen, herrschte andernorts in der Region in weiten Teilen gähnende Leere. Wo normalerweise Tausende Wanderer und Festlesbesucher unterwegs sind, ging in diesem Jahr aufgrund der Ausgangsbeschränkungen und Kontaktverbote so gut wie nichts. Nur vereinzelt sind am Freitag im östlichen Enzkreis Spaziergänger zu sehen, die es sich zumindest zu zweit nicht nehmen lassen, den Feiertag im Grünen zu verbringen. Allerdings waren sie gut beraten, auf entsprechende Kleidung zu achten: Denn neben einigen sonnigen Abschnitten war der diesjährige 1. Mai vor allem geprägt von trübem Wetter und einigen Schauern sowie Windböen.

Eine Familie, die sich davon nicht abhalten ließ, war jene von Anton Deschle. Gemeinsam mit Simone Benard und den Kindern Annabell und Mathilde ging es von Eutingen über die Mühlacker Enzgärten bis nach Lomersheim. Ausgestattet mit einer Kühlbox im Kinderwagen kam zumindest ein wenig Flair auf, wie man ihn normalerweise am 1. Mai gewohnt ist.

Gesund bleiben in Friolzheim

"Bleibt gesund" - diese Botschaft zierte einen kleinen Maibaum, der von Privatpersonen in Friolzheim aufgestellt wurde. PZ-Leser Hubert Sickinger hat in Steinegg ein sarkastisches Schild mit vielen kleinen aufgeklebten Viren entdeckt, auf dem steht "Den Maibaum hab ich erfolgreich verdrängt".

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Viele Scherze in der Vergangenheit

In den vergangenen Jahren gab es in der Region immer wieder Grund zum Schmunzeln am 1. Mai. 2019 zum Beispiel sorgte ein Fußballtor inmitten des Kreisverkehrs in Engelsbrand für Aufsehen. In Tiefenbronn ist ebenfalls ein Kreisverkehr zum Schauplatz eines Streichs geworden: Dort wurde die württembergische Fahne gehisst. Und in Königsbach hatten Unbekannte einen Blitzer zu einem Minion umfunktioniert.

Region

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